Hersbruck – Was für ein wahnwitziger Flug: Ein Ford rast mit einem Höllentempo auf eine Böschung zu, hebt dort ab, segelt durch die Luft, durchschlägt auf über drei Metern Höhe die Metallfront der Lagerhalle eines Getränkemarkts und fliegt drin dann auch noch rund 30 Meter weiter. Bis zur ultimativen Bruchlandung zwischen Bierkästen. Ein Film? Ein Videospiel? Nein, das war an Silvester pure Realität und das Ende eines Raubüberfalls, der in der Nacht auf Silvester in Hersbruck (Kreis Nürnberger Land) seinen Anfang nahm.
Zwei Männer (20 und 21) überfielen dort gegen 1 Uhr einen Mann in seinem Haus, dabei wurde der Mann so schwer verletzt, dass er später ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Anwohner alarmierten die Polizei, die zwei Täter raubten das Auto des Überfallenen und gaben Gas. Auf ihrer Flucht ins acht Kilometer entfernte Bräunleinsberg kam ihnen ein Streifenwagen entgegen. Die Polizisten wendeten sofort und nahmen die Verfolgung auf. Dann passierte es: An einer Ausfahrt der Bundesstraße 14 verlor der Fahrer die Kontrolle über den Ford, der laut Polizei mit weit über 100 Kilometern pro Stunde unterwegs war. Der Wagen fuhr an einer T-Kreuzung geradeaus über die querende Straße und katapultierte sich an der zwei Meter hohen Böschung hoch.
In der Halle herrschte nach dem Crash erst einmal Chaos. Die Feuerwehr musste die zwei Räuber aus dem Wrack schneiden. Sie kamen mit schweren Verletzungen in Kliniken. Christian Geier, Mitarbeiter im Getränkehandel, war verblüfft, als er das Riesenloch in der Haut der Halle sah: „Es war einfach verrückt. Als ich in die Halle reingekommen bin, dachte ich mir: ‚Was ist denn da los?’“ Glücklicherweise sei von den Kollegen niemand zu Schaden gekommen, „aber wenn einer mit dem Gabelstapler gerade an der Stelle gewesen wäre, „dann hätte es den voll erwischt“.
Polizeisprecher Michael Petzold dazu: „Man muss sagen, es ist glücklichen Umständen geschuldet, dass hier niemand tödlich verletzt wurde.“ Die Hintergründe der Tat blieben gestern unklar. Die Mitarbeiter im Getränkehandel haben über Neujahr das Loch notdürftig geflickt. Fürs Wochenende ist Regen angesagt.