München – Seit 2005 setzen sich das Aktionsbündnis „aufgeMUCkt“ und der Bund Naturschutz (BN) dafür ein, die dritte Startbahn am Münchner Flughafen zu verhindern. Auch im nun 15. Jahr hat sich am Engagement der Akteure nichts geändert. Deutlich erweitert hat sich allerdings das Themenfeld.
„Das Wachstum am Flughafen muss ein Ende haben“, sagt Christine Margraf von der Landesfachgeschäftsstelle München des BN. Um den Flugverkehr zu reduzieren, sei die Erhöhung der Luftverkehrssteuer ein erster Schritt, aber noch nicht ausreichend. Daher haben „aufgeMUCkt“ und BN eine Massenpetition zur sofortigen Einstellung des Förderprogramms der Flughafen München GmbH (FMG) für Flugverbindungen gestartet. Sie argumentieren damit, dass die FMG unter verschiedenen Bezeichnungen seit 1994 nachweislich mindestens 394 Millionen Euro an Subventionen an Fluggesellschaften bezahlt habe. Dadurch sollte das Luftverkehrswachstum am Flughafen München gefördert werden. „Wir erleben breite Zustimmung zu dieser Petition“, berichtet Martin Falkenberg, Sprecher von „aufgeMUCkt“. Seit Mai seien bereits 12 000 Unterschriften gesammelt worden. Ende März wird die Petition, die ab Mitte Januar auch online unterzeichnet werden kann, beim bayerischen Landtag eingereicht.
Die Rekordzahlen von 2008 (432 296 Flugbewegungen) konnten am Flughafen München trotz guter Wirtschaftslage nicht mehr erreicht werden (2018: 413 469). „Irgendwann muss man einsehen, dass es genug ist“, sagt Christian Magerl von „aufgeMUCkt“. „Überall wird von Klimaschutz gesprochen, nur am Flughafen München hat man den Schuss nicht gehört.“ Magerl fordert, die ICE-Taktung zwischen deutschen Städten zu erhöhen. „Wir müssen uns den Klimaschutz auf die Fahne schreiben“, sagt Falkenberg. Daher gab es im vergangenen Jahr Kooperationen beispielsweise mit „Fridays for Future“.
Ein Dorn im Auge der Akteure ist außerdem, dass nach dem Satellitenterminal das Terminal 2 nun um einen T-Stiel erweitert werden soll, womit die Passagierkapazität auf mehr als 60 Millionen Passagiere pro Jahr steigen würde. Der Ausbau der „AirSite West“ mit Büros, Gastronomie, Hotellerie und einem Automobil-Servicezentrum soll 10 000 neue Arbeitsplätze schaffen. „Die Belastungsgrenzen für die Region hinsichtlich Flächenverbrauch, Verkehr, Stickoxide und Feinstaub sind mehr als erreicht“, sagt Manfred Drobny, Geschäftsführer des BN Freising und Erding. pp