Es ist fast zehn Jahre her, als sich in der CSU plötzlich einige versteckte Mathematik-Talente hervortaten. Die Staatsregierung, damals eine Koalition mit der FDP, hatte beschlossen, das Wahlalter für Kommunalpolitiker von 65 auf 67 anzuheben. Das könnte man, rumms, glatt in einem Schritt machen. Rechen-Genies in der Regierung entwickelten allerdings ein Stufenmodell mit vielen Nachkomma-Stellen, gestreckt bis zum Jahr 2020. Faszinierend an dieser Kleinarbeit: Viele amtierende CSU-Landräte durften somit 2014 noch einmal kandidieren – ausgerechnet der Münchner SPD-Oberbürgermeister Christian Ude aber nicht. Man sagt, damals sei Horst Pythagoras Seehofer die Quadratur des Kreises gelungen.
Der Ärger darüber hat sich gelegt. Die FDP, inzwischen in der Opposition, facht ihn wieder an. Eine Grenze, jetzt eben 67, sei generell „altersdiskriminierend“, klagt FDP-Fraktionschef Martin Hagen (39). „Das Alter sagt nichts über die Qualität von Politikern aus.“ Für Minister oder Ministerpräsidenten gebe es nach oben auch keine Altersgrenze. Das passe auch nicht in eine Zeit, in der Menschen immer länger leistungsfähig seien.
Hagen wird damit wohl scheitern. Sein Gedanke ist populär – die Landtagsmehrheit mag aber wohl nicht ganz auf eine Altersgrenze verzichten. Zu groß ist die Sorge, dass sich sonst der ein oder andere Kommunalpolitiker für gänzlich unersetzbar hält. Das soll ja sogar bei Seehofer persönlich ein paar Jahre später vorgekommen sein, aber das ist eine andere Geschichte. C. DEUTSCHLÄNDER
FDP-Plan: Weg mit der Altersgrenze für Bürgermeister