Nürnberg – Schwangere auf verzweifelter Suche nach einer Hebamme, geschlossene Kreißsäle und überlastete Geburtshelferinnen – das soll in Bayern der Vergangenheit angehören. Das Gesundheitsministerium will die Arbeitsbedingungen, die Ausbildung und die Vermittlung von Hebammen durch regionale Zentralen verbessern. Ein Aktionsprogramm wurde nach einem runden Tisch mit Hebammenverband, Ärztekammer, Krankenhausgesellschaft und weiteren Institutionen gestern in Nürnberg beschlossen.
Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte, Bayern befinde sich auf einem guten Weg, eine gute Versorgung von Mutter und Kind rund um die Geburt bieten zu können. In den vergangenen vier Jahren machten in Bayern nach einer Karte des Deutschen Hebammenverbandes mindestens zehn Geburtshilfeabteilungen vorübergehend oder komplett dicht. „Es fehlen Hebammen in der Geburtshilfe und der Betreuung rund um die Geburt“, sagte die Vorsitzende des Bayerischen Hebammen Landesverbands, Mechthild Hofner. Gleichzeitig gebe es in Bayern in absoluten Zahlen so viele ausgebildete Hebammen wie nie zuvor. Die Arbeitsbelastung sei aber gestiegen, die Bezahlung dagegen nicht, sodass viele Hebammen ausgebrannt aus dem Job ausgestiegen seien. Hofner begrüßte das Aktionsprogramm grundsätzlich. „Jetzt kommt es darauf an, die einzelnen verabschiedeten Punkte mit Leben und Energie zu füllen.“ Das Papier sei nicht der Abschluss des runden Tisches, sondern „ein Startschuss, um weiter zu arbeiten, um die Versorgung der Familien zu gewährleisten“. Im Herbst soll Bilanz gezogen werden. cm/lby