Verfolgungsjagd durch Bayern: Raser ist ein Wiederholungstäter

von Redaktion

Wörth an der Isar – Gegen den 60-jährigen Raser, der sich am Dienstagnachmittag eine 120 Kilometer lange Verfolgungsjagd mit der Polizei durch Ober- und Niederbayern geliefert hat, ermitteln die Verkehrspolizeiinspektion Kempten und die Staatsanwaltschaft Landshut jetzt wegen versuchten Totschlags und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Der Mann ist ein Wiederholungstäter: „Es liegt ein weiterer Haftbefehl von der Staatsanwaltschaft Kempten wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr vor“, erklärt Günther Tomaschko, Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern. Der Untersuchungshaftbefehl stammt von Oktober 2019 und bezieht sich auf einen Vorfall Mitte Januar 2019. „Es war ein ähnliches Prozedere wie jetzt“, sagt Tomaschko. Damals war der Mann im Raum Lindau in eine Verkehrskontrolle geraten. „Er soll alle Anhaltezeichen missachtet haben und vor der Polizei geflohen sein“, berichtet Tomaschko. Es sei ebenfalls zu einer Verfolgungsjagd gekommen.

Der 60-Jährige konnte im Oktober aber nicht festgenommen werden, da er keinen festen Wohnsitz hat. Der Pontiac, mit dem er jetzt unterwegs war, hat eine Berliner Zulassung. „Sein letzter gesicherter Aufenthaltsort war aber im Raum Wuppertal“, sagt Tomaschko. Auch die Staatsanwaltschaft Wuppertal fahndete seit 2019 nach dem 60-Jährigen: Sie wirft ihm Diebstahl vor.

Der Mann war durch Bayern gerast, weil er einer Polizeikontrolle auf der A 92 in der Nähe des Flughafens München entgehen wollte. Er hat keinen gültigen Führerschein und war zum Teil mit bis zu 180 km/h unterwegs. Rund ein Dutzend Streifenfahrzeuge und ein Polizeihubschrauber waren im Einsatz. Die Flucht war zu Ende, als er bei Wörth an der Isar (Kreis Landshut) mit einem Polizeiauto kollidierte. Der 60-Jährige sowie zwei Beamte wurden dabei mittelschwer verletzt. Die Polizisten konnten mittlerweile das Krankenhaus wieder verlassen. An dem Polizeiauto entstand durch den Unfall mit Überschlag ein Schaden von rund 20 000 Euro, an dem Fluchtauto ein Schaden von 5000 Euro.

Alle Verkehrsteilnehmer, die durch die Flucht des 60-Jährigen gefährdet wurden, werden gebeten, sich bei der Polizei unter Telefon 09 91/38 96-310 zu melden. cla

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