Ein „Danke“ der Kanzlerin

von Redaktion

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in Deggendorf bei rund 2500 ehrenamtlichen Helfern für deren Engagement bedankt. Sie sprach mit ihnen über ihre alltäglichen Sorgen – und sagte ihnen ihre Unterstützung zu.

VON UTE WESSELS

Deggendorf – Von Sportvereinen über Brauchtumspflege bis zur Hospizarbeit – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im niederbayerischen Deggendorf ehrenamtlichen Helfern gedankt. „Sie setzen ihre kostbare Zeit für andere ein“, sagte sie vor rund 2500 freiwilligen Helfern. „Das ist etwas Besonderes.“ Bei einem Podiumsgespräch mit vier Helfern ließ sie sich von deren täglicher Arbeit berichten. Merkel kündigte Unterstützung an in Form der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, die vom Kabinett bereits beschlossen worden sei.

Zu viel Bürokratie – das war der Hauptkritikpunkt der Ehrenamtlichen. Sie wünschen sich nicht mehr, sondern weniger Regulierung. Probleme bereiteten unter anderem die Datenschutzgrundverordnung, steuerliche Fragen, Aufwandsentschädigung und Übungsleiterpauschale. In vielen Vereinen sei es zunehmend schwierig, Mitglieder zu finden, die noch bereit seien, Führungsaufgaben zu übernehmen. Es gebe zu viele Vorschriften, klagte eine Teilnehmerin. So gehe der Spaß am Ehrenamt verloren.

„Das sind die Probleme aus dem alltäglichen Leben“, sagte Merkel. Um diese kennenzulernen, sei es wichtig, sich vor Ort blicken zu lassen. Sie werde mit dem Finanzminister sprechen, versprach sie den Helfern. Die Deutsche Stiftung Ehrenamt und Engagement mit Sitz in Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) soll beispielsweise bei Fragen zur Vereinsgründung und Digitalisierung Hilfestellung geben.

Veranstalter des Treffens waren Stadt und Landkreis Deggendorf – auf Anregung der Kanzlerin, wie Landrat Christian Bernreiter (CSU) sagte. Denn während der Flüchtlingskrise 2015 habe es zahlreiche Besprechungen mit Merkel gegeben. Begrüßt wurde die Kanzlerin von Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Der hatte sich nach seiner Ankunft spontan Zeit genommen für ein Gespräch mit mehreren Dutzend Landwirten, die vor der Stadthalle gegen die Agrarpolitik protestierten. Sie waren zuvor enttäuscht gewesen, dass Merkel keine Zeit für ein Treffen hatte. In ihrem Grußwort zollte die Kanzlerin dann auch den Landwirten Respekt. Es gebe hohe Vorschriften, räumte sie ein. Jedoch: Es müssten die Interessen der Landwirtschaft, des Klima- und Artenschutzes unter einen Hut bringen.

Artikel 11 von 11