Der Hochkalter in den Berchtesgadener Alpen bekam seinen Namen von einer Eigenschaft, die kaum noch zu sehen ist. Der Name des 2607 Meter hohen westlichen Nachbarn des Watzmanns gehe auf das Wort „kalter“ zurück, erklärt der Münchner Namenforscher Wolf-Armin von Reitzenstein. So nennen die Berchtesgadener einen Behälter. Weil der Berg mit seinen Felsen den Blaueisgletscher umschließt, sahen ihn die Berchtesgadener als hohen Behälter des Gletschers – und nannten ihn entsprechend. „Heute ist vom namensgebenden Gletscher kaum noch etwas zu sehen“, sagt Reitzenstein. „Aber früher, ich kann mich noch erinnern, hatte man dort Schwierigkeiten, wenn man durchsteigen wollte.“ Der erste Beleg des Namens finde sich in einer alten Karte aus der Zeit um 1620. Als „Hochkaltter“, sagt der Experte. Knapp zwei Jahrhunderte später, im Jahr 1815, beschreibe eine Quelle den „Steinberg mit dem hohen Kalter“, 1832 eine weitere den „Hochkalter oder Steinberg“. Heute hat sich der Name Hochkalter durchgesetzt.
CHRISTIAN MASENGARB