Rätsel um das Motiv für Starnberger Dreifachmord

von Redaktion

Starnberg/Olching – Er soll drei Menschen erschossen haben: Seit Donnerstag sitzt ein 19-Jähriger aus Olching (Kreis Fürstenfeldbruck) in U-Haft – ebenso ein 18-jähriger Starnberger, der ihn zu dem Wohnhaus der Familie gefahren haben soll. Motiv und Tathergang sind weiterhin unklar. „Beide Tatverdächtige machen keine Angaben“, sagt Hans-Peter Kammerer vom Polizeipräsidium Oberbayern-Nord gestern.

Zunächst waren die Ermittler von einem Familiendrama ausgegangen. Doch am Freitag dann die überraschende Wende: Der 19-Jährige hatte nach einer Hausdurchsuchung den Dreifachmord gestanden. Aber was trieb ihn dazu, seinen Freund und dessen Eltern zu ermorden? Fest steht bislang nur, dass er ein Waffennarr ist. Die Polizei fand in seiner Wohnung Stoffe zur Herstellung von Sprengstoff, Munition, viele Pistolen und Gewehre. „Unter ihnen befinden sich viele Deko- und Schreckschusswaffen“, berichtet Kammerer. Es gebe erkennbare Spuren, dass versucht wurde, sie funktionsfähig zu machen. Die Ermittler werden sich nun in den nächsten Tagen intensiv mit den beschlagnahmten Waffen befassen, kündigt Kammerer an.

Der 19-Jährige stammt aus dem Raum Stuttgart, soll aber im Kreis Starnberg die Schule besucht haben. In Olching wohnte er seit Spätsommer im Dachgeschoss einer Einliegerwohnung mit separatem Zugang. Er gab immer an, Student zu sein, liebäugelte aber mit einer Lehre. Aus seinem Umfeld heißt es, er sei höflich, wohl erzogen, habe ein freundliches und nettes Wesen. Zudem zeigte er Interesse an technischen Zusammenhängen. Umso mehr sind die Leute entsetzt: „Wir können uns das alles nicht erklären.“ Gemutmaßt wird, dass er unter schlechtem Einfluss von neuen Freunden gestanden habe. Gelegentlich trafen sich bei ihm Gleichaltrige, doch es habe nie Grund zu einer Beschwerde gegeben.  mc/tel/kwo

Artikel 9 von 11