München – Nach inzwischen fünf bestätigten Coronavirus-Fällen in Bayern sind die Krankenhäuser im Freistaat auf weitere Patienten vorbereitet. Am Abend wurde der fünfte Fall bekannt: Es handelt sich erneut um einen Mitarbeiter der Firma Webasto aus dem Landkreis Starnberg, bei der auch die vier bislang bekannten Fälle beschäftigt sind, wie das bayerische Gesundheitsministerium mitteilte. Der fünfte nun bestätigte Patient wohnt den Angaben zufolge im Landkreis Traunstein.
Doch die Überprüfung der derzeit ermittelten 110 Kontaktpersonen aus der Firma gehe laufend weiter. Diese Kontaktpersonen sollen sich laut Ministerium häuslich isolieren und ihren Gesundheitszustand fortlaufend beim Gesundheitsamt melden. Weitere Testergebnisse sollen heute vorliegen.
Derweil verzeichnet die vom bayerischen Gesundheitsministerium geschaltete Hotline rund 500 Anrufe am Tag. Obwohl die neue Lungenkrankheit in den meisten Fällen sehr mild verläuft, ist die Sorge mancher Menschen angesichts von inzwischen mehr als 7800 Infizierten und 170 Todesopfern im Hauptverbreitungsland China groß.
Das Ministerium hat die Krankenhäuser im Freistaat gebeten, sich auf die Aufnahme von begründeten Verdachtsfällen vorzubereiten, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) bestätigte. Laut dem Schreiben an die Bayerische Krankenhausgesellschaft müssten in einem solchen Falle Hygienemaßnahmen eingehalten werden, um eine Übertragung durch Tröpfchen zu verhindern. So sollten möglicherweise mit dem Virus infizierte Patienten einen mehrlagigen Mund-Nasen-Schutz tragen und in einem Isolierzimmer möglichst mit Vorraum oder Schleuse untergebracht werden. Wenn das nicht möglich ist, sollte es zumindest ein Einzelzimmer mit eigener Nasszelle sein. Das Personal müsse Schutzkleidung, Schutzbrille, Handschuhe und spezielle Atemmasken tragen, heißt es. Sobald ein Labor eine Infektion mit dem Virus 2019-nCoV bestätigt, soll der Patient in ein Isolierzimmer mit Vorraum/Schleusenfunktion gebracht werden. „Sofern in den Patientenräumen eine raumlufttechnische Anlage betrieben wird, über die eine Verbreitung von Luft auf andere Räume möglich ist, ist diese abzustellen.“ Für Hausärzte gelten ähnliche Vorgaben.
Bei den vier Infizierten, die sich in der München Klinik in Schwabing befinden, hat sich am Zustand derweil nichts geändert. „Die vier sind pumperlgsund, haben keine Symptomatik, sind fieberfrei, husten nicht. Denen ist so langweilig, dass sie uns ständig mit der Entlass-Frage nerven“, sagt der behandelnde Chefarzt Clemens Wendtner. „Mit der Zimmer-Isolierung besteht keine Ansteckungsgefahr für andere Patienten und Besucher in der München Klinik Schwabing. dg/nah/lby