Tutzing/Garmisch-Partenkirchen – Samstagmorgen, die Kandahar-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen winkt. Skisportfans aus ganz Bayern reisen öffentlich an – und stecken schon frühmorgens am Münchner Hauptbahnhof fest. Geplante Abfahrt: 7.32 Uhr, steht auf den Informationstafeln der Deutschen Bahn beim Regionalzug nach Garmisch-Partenkirchen. „Fahrt verzögert sich auf unbestimmte Zeit“, prangt groß darüber.
Zunächst heißt es, die Reisenden können mit der S-Bahn fahren und dann weiter per Schienenersatzverkehr. Doch auch die S-Bahnen stehen zunächst still. Eine leere S-Bahn in Tutzing (Kreis Starnberg) legte alles lahm. Sie sollte vom Betriebsgelände auf die „normalen“ Gleisen fahren und dort in den Betrieb aufgenommen werden, als sie sich plötzlich auf einer Weiche in den Gleisen verkeilte, berichtet eine Bahn-Sprecherin.
Was offenbar zu einer schwierigen Angelegenheit wurde. Ein Zug mit Werkzeug und Ersatzteilen reiste an, die S-Bahn wurde gar aufgebockt. Nach einiger Zeit kam die Entwarnung: Die Züge konnten wieder fahren. Zwei Stunden und 40 Minuten war die Strecke komplett gesperrt, zwischen 6.40 Uhr und 9.20 Uhr. Der Morgenzug kam mit über zwei Stunden Verspätung, um 10.13 Uhr, in Garmisch-Partenkirchen an.
Für die S-Bahnen waren Taxis als Schienenersatzverkehr eingesetzt worden, für die Züge nur zwei Busse. „Das war alles, was wir an diesem Weltcup-Tag kriegen konnten“, erklärte die Bahnsprecherin. „Das hat natürlich nicht gereicht.“ Ab halb zehn normalisierte sich der Zugverkehr dann wieder; und so lässt sich nur hoffen, dass die Fans rechtzeitig an der Kandahar angekommen sind. Denn schon um 11.30 Uhr startete das Abfahrtsrennen und damit auch der erste Fahrer, Thomas Dreßen – mit seiner: Siegesfahrt. NINA PRAUN