Turbulentes Wetter mit Hochwasser und Sturmböen

von Redaktion

München – Dauerregen und Sturmböen: Das Wetter in Bayern ist ungemütlich in diesen Tagen. „Die Regenmengen sind schon ordentlich für den Winter“, erklärte Natalie Stahl-van Rooijen, Leiterin des Hochwassernachrichtendiensts Bayern. Die Oberbayern hätten dabei noch Glück: „Auch dort steigen die Pegel zwar an“, sagte Stahl-van Rooijen, „und kleinere Ausuferungen sind möglich.“ Das beträfe aber vor allem landwirtschaftliche Flächen. Die Gefahr von überfluteten Kellern sei geringer als in anderen Regionen.

In manchen Häusern drang das Wasser trotzdem auch in Oberbayern ein. Im Kreis Fürstenfeldbruck zum Beispiel mussten die Feuerwehren mehrere Keller auspumpen. Dort war außerdem eine Unterführung der B 2 unter der Bahnlinie überflutet, weil Laub und Dreck die Gullys verstopft hatten. Auch die Straße zwischen den Dörfern Kottgeisering und Pleitmannswang war am Abend überflutet.

In anderen Gebieten in Bayern war die Hochwasserlage noch ernster. Teilweise hat der Hochwassernachrichtendienst Meldungen bis zur Warnstufe drei ausgesprochen. Diese sagt aus, dass einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet und dass Sperrungen von Verkehrsverbindungen notwendig werden können. Meldestufe drei gab es zum Beispiel am Fluss Schmutter bei Fischach (Kreis Augsburg). Am Sonntag war die Wasserhöhe dort noch 40 Zentimeter, am Montagnachmittag waren es schon 2,50 Meter. Besonders viel Wasser hatte auch die IIler im Allgäu. In Sonthofen (Kreis Oberallgäu) lag der Wasserpegel am Montagnachmittag bei 2,40 Meter. Die Bahnstrecke zwischen Kempten und Immenstadt (Kreis Oberallgäu) wurde am Montag gesperrt, um eine Hochwasserschutzwand an der Iller zu errichten.

Die Hochwasserlage verlagert sich seit gestern Abend zunehmend nach Nordbayern und an die Donau. Der Pegelstand in Neuburg an der Donau (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) könnte am heutigen Dienstagmorgen ebenfalls die Meldestufe drei überschreiten. Wie sich die Lage tatsächlich entwickelt, ist aber nicht sicher, wie Natalie Stahl-van Rooijen betont: „Wie hoch das Wasser dort in den nächsten Tagen steigt, ist schwer vorauszusehen.“ Entscheidend für die Prognose sei unter anderem, wie weit die Schneefallgrenze sinken wird. „Am Dienstag geht voraussichtlich in vielen Gebieten der Regen in Schnee über“, erklärt sie. Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagte für heute Schnee voraus: Oberhalb von 600 Metern könne es bis Mittwochabend fünf bis zehn Zentimeter schneien, in den Alpen 25 bis 40 Zentimeter und mancherorts sogar um die 50 Zentimeter. Der DWD warnte gestern vor schweren Sturm- und Orkanböen in der Nacht zum Dienstag. Betroffen seien vor allem Schwaben, Oberbayern, Niederbayern und die Oberpfalz. In exponierten Lagen und in Berggebieten müsse mit Orkanböen von über 120 km/h gerechnet werden. In der Nacht zum Dienstag könnte diese Windstärke auch im Tiefland auftreten. Eine Warnung gibt es zudem von der Lawinenwarnzentrale: Der Dienst rief die Lawinenwarnstufe drei für die Allgäuer, Ammergauer, Werdenfelser, Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen sowie die Bayerischen Voralpen aus. Das bedeutet eine „erhebliche Lawinengefahr“. cla/ltog/by

Artikel 3 von 11