München – Bayerns Gastgewerbe ist in guter Verfassung. Das bilanzierte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger gestern, als er in München die aktuelle Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (DWIF) vorstellte und von einem Branchenumsatz von fast 19 Milliarden Euro berichten konnte. Der Durchschnittsumsatz einer bayerischen Gaststätte liege klar über dem Bundeswert, betonte er: „Mehr als jeder fünfte Euro, der im deutschen Gastgewerbe umgesetzt wurde, ging in die Kasse eines bayerischen Betriebs.“ Mit 440 000 Beschäftigten sei das Gastgewerbe zudem ein wichtiger Arbeitgeber.
Auch das Wirtshaussterben konnte den Zahlen nach zumindest gestoppt werden. Die Zahl der Betriebe ist seit 2014 wieder leicht gestiegen – um 325 (0,8 Prozent). Umgekehrt habe sich der Trend aber nicht. Seit der Jahrtausendwende mussten 3000 gastgewerbliche Betriebe schließen. Außerdem bereitet vielen Gastronomen die sinkende Zahl der Auszubildenden Sorgen. Die Zahl hat sich in elf Jahren knapp halbiert auf rund 9200. Der Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) hat die Nachwuchspflege deshalb zu einem Schwerpunkt seiner Tätigkeiten gemacht. Die Zahl der Übernachtungen in Bayerns Herbergen ist erneut um elf Prozent gestiegen – auf rund 92,5 Millionen. Für 2019 rechnen die Statistiker damit, dass dieser Rekord erneut gebrochen werden könnte. Doch obwohl im Gastgewerbe seit 2010 immer neue Bestwerte erzielt werden, hat das laut Studie nicht zu wesentlich höheren Gewinnen geführt, da die Personalkosten überproportional ansteigen. Deshalb fordert Bayerns DEHOGA-Präsidentin Angela Inselkammer eine Entlastung der Gastronomiebetriebe. Durch einen reduzierten Mehrwertsteuersatz könnten die Betriebe rentabler wirtschaften, betonte sie, und so in den Substanzerhalt investieren. „Wenn dann noch weniger Bürokratie geschaffen werden würde und das Arbeitszeitgesetz angepasst würde, wäre der Branche extrem geholfen“, betonte Inselkammer. mm