München – Den zehn Coronavirus-Patienten in Bayern „geht es gut“ – das sagte gestern Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) nach einer Kabinettssitzung. Ein Patient in der Schwabinger Klinik habe aber leichtes Fieber und eine Entzündung der Atemwege, auch ein Mann in der Klinik in Traunstein sei etwas fiebrig. Trotzdem seien die beiden in einem „klinisch stabilen Zustand“, erklärte Huml. Die anderen acht Patienten, darunter zwei Kinder des Mannes in Traunstein, würden indes keine Symptome zeigen.
Bis auf die Kinder hätten sich alle Patienten – Mitarbeiter der Firma Webasto – über direkten Kontakt mit einer Kollegin aus Shanghai angesteckt. Der Präsident des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, schätzt: „Es gibt bisher etwa 150 bis 200 Kontaktpersonen, die aktuell zu Hause bleiben müssen.“
Wann die Infizierten aus ihrer Quarantäne entlassen werden, sei noch offen. „Es ist schwer einzuschätzen, wann die Patienten nicht mehr ansteckend sind“, erklärt Zapf. Noch wisse man zu wenig über das Virus. Informationen aus China zu bekommen, gestalte sich „zäh“.
Um weitere Ansteckungen durch Einreisende zu verhindern, fordert Melanie Huml eine bundeseinheitliche Regelung an Flughäfen – etwa durch Befragungen zu Verbindungen nach Wuhan. So hätte man auch die Übertragung durch die chinesische Webasto-Mitarbeiterin verhindern können. Das Auswärtige Amt rät inzwischen „von nicht notwendigen Reisen in das Staatsgebiet der Volksrepublik China“ ab. Es empfiehlt zudem die klassische Grippe-Impfung.
In Deutschland gibt es zwei weitere Infizierte, unter ihnen auch eine 45-jährige Freisingerin. Sie wurde am Wochenende mit 120 Passagieren aus Wuhan geholt und befindet sich in der Uniklinik in Frankfurt. kab