Kulmbach – Kulmbachs Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) hat sich gegen Untreuevorwürfe verteidigt. Er habe für das an einer viel befahrenen Straße gelegene Hanggrundstück rund 80 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Diesen Wert habe ein amtlich bestellter Sachverständiger ermittelt. „Ich habe guten Gewissens gehandelt“, sagte er am Donnerstag in einer eigens einberufenen Pressekonferenz. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth ermittelt wegen des Verdachts der Untreue. Hintergrund ist der Verkauf zweier Grundstücke im Jahr 2018, die sich im Besitz der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Städtebau befanden. Ein Grundstück ging an einen Handwerker, das zweite unbebaute kaufte Schramm. Er versicherte: „Von einem Schnäppchen, mit dem ich mich bereichert haben soll, kann nicht die Rede sein.“ Für das mit einem Baurecht versehene Grundstück habe er „gar keine Verwendung“, betonte er. „Ich gebe es vermutlich weiter.“ Kritisiert wird auch ein weiteres Immobiliengeschäft: Schramms Ehefrau kaufte von der Städtebau ein Haus mit drei Wohnungen, in dem Schramms Mutter als Mieterin wohnte. Noch am selben Tag wurde es notariell auf Schramm selbst übertragen. Dazu erklärte Schramm: „Ich wollte Transparenz schaffen. Aber das hätte man vielleicht klüger lösen können.“ lby