LANDTAG INTERN

Rüffel von der Neuen

von Redaktion

Sie ist gerade ein paar Stunden im Amt – und faltet den Vize-Chef zusammen: Die neue Arbeitsministerin Carolina Trautner (CSU) weist öffentlich Hubert Aiwanger (Freie Wähler) zurecht. Hintergrund ist der schwelende Streit um den Ladenschluss.

Er hat also mal wieder was versprochen. Diesmal war es nicht bei Bauern, Trachtlern oder Schützen, sondern beim Neujahrsempfang eines Handelsverbands. Hubert Aiwanger, Vize-Ministerpräsident mit notorisch losem Mundwerk, schilderte dort seinen Plan, zwei bis vier lange Einkaufs-Abende unbürokratisch zu ermöglichen. Das klingt gut, hat aber einen Haken: Die CSU als großer Koalitionspartner hat nicht im Geringsten Lust auf Korrekturen beim Ladenschluss – zu brisant ist das Thema im Streit zwischen Handel, Verkäufern, Einkäufern.

Aiwangers Versprechen verhallen manchmal ungehört. Diesmal nicht. Die FDP bekam Wind davon und reichte gemeinerweise gleich einen Eilantrag im Landtag ein, das Parlament möge Aiwanger unterstützen. Mit zuckenden Mundwinkeln schauten sich die Liberalen dann an, wie CSU und Freie Wähler am Donnerstagnachmittag diesen Antrag ablehnten. Zu beobachten war ein sich windender Wirtschaftsminister: Er wolle ja „nicht mit dem Kopf durch die Wand“, müsse eben den Partner noch überzeugen und „Schnittmengen suchen“.

Nun, die Schnittmenge ist bisher arg klein. Stattdessen knöpfte sich die frisch gewählte Arbeitsministerin Carolina Trautner (CSU) öffentlich den Duzfreund Hubert vor. „Wirtschaft ist für den Menschen da, nicht der Mensch für die Wirtschaft“, belehrte sie ihn. Er habe da „vielleicht eine private Äußerung“ getätigt, spöttelte sie. Für „soziale Leitplanken“ wie das Ladenschutzrecht sei im Übrigen ihr Ministerium zuständig.  cd

„Nicht mit dem Kopf durch die Wand“, gelobt Aiwanger

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