In ausgezeichneter Verfassung

von Redaktion

Landtagspräsidentin Ilse Aigner würdigt 43 engagierte Persönlichkeiten mit Medaillen

München – Sie sei ein „Dokument der Hoffnung“ und die „Ordnung, in die Freiheit eingebunden sein muss, um fruchtbar zu werden“: Kardinal Reinhard Marx fand am Freitag viele lobende Worte für die Bayerische Verfassung. Doch: „Freiheit muss immer wieder erkämpft werden.“ Dafür brauche es Menschen, die „mehr tun, als sie müssten“, sagte er. 43 solcher Bürger wurden bei einer Feierstunde im Landtag, bei der Marx Festredner war, mit der Bayerischen Verfassungsmedaille geehrt. Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) überreichte 39 Mal die Medaille in Silber und vier Mal in Gold. „Sie haben zur Blüte des Verfassungsbaues beigetragen“, dankte Aigner den Geehrten. „Ohne bürgerschaftliches Engagement wäre der Staat hoffnungslos überfordert.“

Die goldene Verfassungsmedaille bekam unter anderem Schauspielerin Iris Berben, deren „vorbildlichen Einsatz für Toleranz und Mitmenschlichkeit in der Gesellschaft“ Aigner lobte. Berben engagiert sich für Israel und für Aids-Erkrankte sowie gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. „Mir ist es wichtig, öffentlich ein Zeichen zu setzen“, erklärte sie.

Auch die ehemalige Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler ehrte Aigner mit der goldenen Medaille. „Sie steht für die christliche Ethik der Nächstenliebe und setzt sich seit vielen Jahren für diejenigen ein, die am Rande der Gesellschaft stehen“, sagte sie. Das will Breit-Keßler auch in Zukunft: „Die Auszeichnung ist ein Ansporn für mich, auf diesen Gebieten weiterzumachen.“

Ausgezeichnet wurde außerdem Kabarettistin Luise Kinseher mit der Verfassungsmedaille in Silber. „Ich war überrascht“, berichtet sie. Die Verfassung habe bei ihr einen festen Platz im Bücherregal. „Gleich neben der Bibel“, verrät sie. Und manchmal nutze sie das Werk auch, um sich für ihr Kabarett-Programm rückzuversichern.

Neben den Prominenten würdigte Aigner viele Bürger, die nicht in der Öffentlichkeit stehen. Georg Mair aus Gaißach (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) setzt sich seit 1984 für die Belange der Almbauern ein. „Die persönliche Würdigung ist für uns ein gutes Zeichen“, findet er. Reiner Haupka aus Olching (Kreis Fürstenfeldbruck) wiederum machte sich um die bayerischen Tafeln verdient und Schneidermeisterin Monika Reiter aus Bernau am Chiemsee (Kreis Rosenheim) fördert seit Jahrzehnten Auszubildende, um nur einige Beispiele für die Vielfalt des Engagements zu nennen.

Auch Hans Schuierer, SPD-Altlandrat aus Schwandorf, bekam die silberne Verfassungsmedaille. „Das hätten Sie sich wahrscheinlich auch nie gedacht, dass Sie mal damit ausgezeichnet werden“, sagte Aigner mit einem Augenzwinkern. Schuirer hatte sich Mitte der 1980er -ahre mit der Staatsregierung angelegt, weil er sich weigerte, die Genehmigung zur Errichtung der atomaren Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf zu geben. „Die Verfassung ist unser höchstes Gut“, erklärte er. Dazu gehöre auch „der Mut, Nein zu sagen, auch nach oben hin“.

C LAUDIA SCHURI

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