Sturmtief „Sabine“ fordert in Europa fünf Todesopfer

von Redaktion

Orkan verursacht Schäden in ganz Deutschland und auf dem Kontinent – und sorgt für zwei Spitzenwerte

Berlin – Sturmtief „Sabine“ hat nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland und Europa erhebliche Schäden angerichtet. Das Zentrum des Sturms, der in Ländern wie Großbritannien, Frankreich und Belgien „Ciara“ genannt wird, lag erst nördlich von Schottland und verlagerte sich dann zur norwegischen Küste. Vor allem im Nordwesten des Kontinents blieben Haushalte ohne Strom, Zugfahrten und Flüge fielen aus.

Außerdem forderte „Sabine“ mehrere Todesopfer: Auf der A 67 bei Lampertsheim (Kreis Bergstraße) im Süden Hessens passierte am Montagvormittag ein tödlicher Unfall: Ein Lastwagenfahrer kam ums Leben, als er mit seinem Lkw mit einem auf der rechten Fahrspur aufgestellten Sperranhänger der Autobahnmeisterei kollidierte. Laut Polizei fanden auf der Standspur Aufräumarbeiten wegen des Sturms statt.

Im Skiresort Bukowina Tatrzanska im Süden von Polen wurden zudem eine Frau und ihre Tochter auf einem Parkplatz von herabfallenden Dachteilen erschlagen und in Großbritannien kam ein 58-jähriger Autofahrer durch einen umstürzenden Baum ums Leben. In Südschweden kenterten am Sonntag zwei Angler mit einem Boot – einer starb, nach dem anderen wurde am Montag noch gesucht. Lebensgefährlich verletzt wurde am Sonntag zudem eine Frau in Saarbrücken, als ein Baum auf einem Klinikparkplatz auf sie fiel. Eine zweite Frau wurde ebenfalls verletzt. In Mülheim an der Ruhr dagegen hatten zwei Insassen eines Autos riesiges Glück: Ein 25 Meter hoher Baum erwischte ihren Wagen im hinteren Bereich. Nur leicht verletzt kamen sie in eine Klinik.

Ohne Verletzte endete ein S-Bahn-Unfall in der Schweiz: In der Gemeinde Wald (Kanton Zürich) fuhr eine S-Bahn am Montagmorgen in einen umgestürzten Baum. In Frankfurt am Main knickte in der Nacht zum Montag außerdem ein Baukran ab. Sein Ausleger krachte auf das frisch sanierte Dach des Doms. Das Gotteshaus bleibt geschlossen. Ein ungewöhnlicher Unfall passierte in Großbritannien: Dort stürzte in Brentwood (Grafschaft Essex) ein Auto in einen kleinen Krater, der über Nacht auf der Straße entstanden war. In einigen Regionen fiel dort außerdem innerhalb von 24 Stunden so viel Regen wie sonst in eineinhalb Monaten.

An der nordfriesischen Küste gab es am Montagnachmittag außerdem eine Sturmflut. In Hamburg wurde der Fischmarkt überschwemmt, auf der Nordseeinsel Wangerooge der Strand stark beschädigt. Die Abbruchkante ist teilweise bis zu zwei Meter hoch und erstreckt sich am Hauptstrand über eine Länge von etwa einem Kilometer.

„Sabine“ sorgte auch für zwei Spitzenwerte: Angeschoben vom Wind schaffte eine Boeing die Strecke von New York nach London in nur vier Stunden und 56 Minuten. Einen weiteren Spitzenwert gab es bei der Stromproduktion durch Windkraft in Deutschland. lby/afp/epd/kna

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