2021 starten neue MVV-Expressbuslinien

von Redaktion

München – Ende nächsten Jahres sollen rund um München weitere Expressbuslinien starten. Der MVV bereitet derzeit die Ausschreibung der Linien vor. Zum bestehenden X900 von Buchenau/Fürstenfeldbruck bis Starnberg sollen sechs weitere dazu kommen, gab MVV-Chef Bernd Rosenbusch bei einem Pressetermin bekannt. Unter anderem führen sie von Dachau nach Garching, von Unterschleißheim nach Haar und von Oberhaching bis Wolfratshausen. Der genaue Verlauf der Trassen stehe jetzt fest. Die Vergabe der Linien soll Anfang 2021 stattfinden, erste Betriebsaufnahmen ab Ende 2021. Insgesamt rechnet der MVV damit, dass 49 neue Busse gekauft werden müssen.

Außerdem sollen bis Ende 2023 weitere MVV-Linien nur noch mit E-Bussen fahren. Zurzeit ist das nur auf der Linie 232 (Ortsbus Unterföhring) der Fall. Bald werden vier weitere Linien im Landkreis München dazu kommen, zum Beispiel die Ortsbusnetze in Garching (MVV-Linie 290) und Oberhaching (227). Rosenbusch machte klar, dass der MVV wie auch Deutschland insgesamt hier stark hinterherhinke. In China fahren heute schon 300 000 Elektrobusse, in ganz Europa sind es nur wenige tausend.

Wer in einen dieser Busse einsteigt, hat vielleicht ein Handyticket in der Tasche. Handy- und Online-Bezahlung sei immer beliebter, sagte Rosenbusch. Schon fast jedes fünfte Ticket werde so gekauft, obwohl nur Einzelfahrscheine und Streifenkarten so angeboten werden. „Im Laufe des Jahres“ würden auch höherwertige Karten, also Wochen- und Monatskarten, als E-Ticket angeboten, kündigte Rosenbusch an. Bisher hatte der MVV Sicherheitsbedenken – wegen der teureren Karten hätte sich Betrug gelohnt. Dies sei durch ein neues Sicherheitsmodul im Bezahlsystem jetzt nicht mehr möglich.

Parallel dazu startet in diesem Jahr der zweijährige Pilotversuch zur Einführung eines Check-In-/Be-Out-Systems. Check-In und Be-Out heißt: Man zahlt nur die tatsächlich gefahrene Strecke, das Smartphone registriert die Strecke automatisch. Derzeit testen MVV-Mitarbeiter mit ihren Smartphones das System. Der MVV wird aber Mitte des Jahres mit einem Extra-Aufruf mehrere tausend Gelegenheitsfahrer als Testpersonen suchen.

Zudem zog der MVV eine erste Bilanz der Tarifreform. Technisch sei die Umstellung gut gelaufen, doch Probleme bei der Aboumstellung wolle man nicht kleinreden. Viele Fahrgäste hätten das alte System mit 16 Ringen immer noch im Kopf. Neue Aufkleber an den Automaten sollen jetzt für die M-Zone und die sieben Zonen außen rum werben. Ende Februar gibt es eine Bilanz, ob die Systemumstellung wie erhofft neue Abonnenten gebracht hat. dw

Artikel 4 von 11