Regensburg – Der frühere Bürgermeister von Geiselhöring ist im Prozess um Wahlfälschungsvorwürfe als Zeuge aufgetreten. Bernhard Krempl (FW) war bei der Kommunalwahl 2014 zur Wiederwahl angetreten und verlor. Mit manipulierten Stimmen von Saisonarbeitern sollen die CSU-Kandidaten gestärkt worden sein. Wegen der Wahlbetrugsvorwürfe gegen einen Spargelbauern wurde die Wahl 2015 wiederholt – und Krempl erneut nicht gewählt. Es geht in dem Prozess unter anderem um die Frage, ob die bei dem Spargelbauern beschäftigten Erntehelfer wahlberechtigt waren.
EU-Bürger dürften wählen, wenn sie mindestens zwei Monate in der Stadt seien, sagte Krempl. Er habe gewusst, dass EU-Bürger in Geiselhöring lebten, jedoch nicht, wie viele es waren. Als Wahlkandidat habe er sich aber mit den Wahlunterlagen nicht befasst und diese auch nicht eingesehen. „Als Bürgermeister, wenn man sich zur Wahl stellt, hält man sich bei der Wahl zurück. Da darf ich mich gar nicht einmischen.“
Ein ebenfalls als Zeuge geladener Rathausmitarbeiter sagte, bei der Wahl 2014 habe es wegen einer höheren Zahl an Saisonarbeitern mehr Wahlberechtigte in Geiselhöring gegeben. lby