Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Schon seit 1686 leben die Vorfahren von Christian Wagner in Drößling, Gemeinde Seefeld im Landkreis Starnberg. Rund 240 Menschen leben hier. Der Wirtschaftsingenieur führt im Nebenerwerb den Hof seiner Eltern als Waldbauer weiter.
Gibt es ein besonderes Fest in Drößling?
Ein besonderer Tag ist der 15. August, Maria Himmelfahrt. Da ist Kirchweih. In der Kirche wird eine schöne Messe gesungen und danach gibt es in unserem Obstgarten ein Fest mit Weißwürsten und Bier. Am Nachmittag zaubern die Drößlinger Damen ihr berühmtes Tortenbuffet. Jedes zweite Jahr, am vierten Adventssamstag, findet ein Adventssingen vom Kirchenchor statt. Anschließend ist „Drößling leuchtet“ – da werden in der Ortschaft Kerzen aufgestellt und alles hoch bis zum Kirchturm beleuchtet. Das ist sehr stimmungsvoll!
Die Kirche Mariä Himmelfahrt: Ist das der zentrale Punkt im Dorf?
Ja, für so ein Dorf ist es eine sehr stattliche und wunderschöne Kirche, ehemalige Wallfahrtskirche.
Was gibt es sonst noch für einen Geheimtipp?
Auch sehr schön ist das Eichtal, ein urwüchsiges Gebiet von Drößling aus in Richtung Schloss Seefeld.
Wofür ist Drößling bekannt?
Unsere Wirtschaft mit italienischer Küche. Da gibt es super Holzofenpizza. Wir sind ein bayerisches Dorf mit italienischer Wirtschaft – und zufrieden damit.
Wie würden Sie den Charakter eines Drößlingers beschreiben?
Er oder sie ist bodenständig und hat ein gewisses Traditionsbewusstsein. Im Normalfall ist ein Drößlinger auch bei einem Verein aktiv, bei der Feuerwehr oder beim Schützenverein. Die Drößlinger wirken von außen vielleicht ein bisschen verschlossen, sind aber eigentlich ganz weltoffen. Es gibt einen starken Zusammenhalt im Dorf.
Was gibt es sonst für Neuerungen?
Es wird schon immer mal wieder gebaut, aber es war in der Vergangenheit ein sehr mäßiges Wachstum. Das Dorf ist Dorf geblieben. Das freut mich! Drößling ist doch noch relativ stark landwirtschaftlich geprägt. Wir leben hier in einer herrlichen Landschaft. Die Leute kennen sich.
Wie gut werden Zugezogene integriert?
Sehr gut, zumindest wenn sie ein Interesse dran haben, sich zu integrieren. Ein Neubürger sollte nicht, ich sage mal, ein Gschaftlhuber sein. Aber wenn er das nicht ist und auch die Kirchenglocken weiter läuten lässt, dann hat jeder in Drößling gute Integrationsmöglichkeiten.
Interview: Cindy Boden