Polizei fasst erstmals Maisfeld-Saboteure

von Redaktion

Nürnberg – Der Schaden geht in die Millionen: Überall in Deutschland verüben Kriminelle auf Feldern Anschläge auf Maishäcksler. Mithilfe von Metallbolzen, Drähten, Nägeln, Schrauben oder Schläuchen machen sie hochwertige Landmaschinen unbrauchbar – und vereiteln wegen des Maschinenausfalls auch noch die Ernte. Jetzt ist der Polizei in Neustadt an der Aisch ein Coup gelungen: Drei Landwirte aus der Gegend wurden als Täter ermittelt. Ihr Motiv: unklar.

Der Fall in Neustadt/Aisch ist der erste in Bayern, den die Polizei aufklären kann, wie Mittelfrankens Polizeipräsident Roman Fertinger gestern sagt. Und das, obwohl es schon seit Jahren solche Angriffe gibt. Bei den drei tatverdächtigen Bauern, die gemeinsam einen Hof in der Nähe von Neustadt/Aisch betreiben, kam der Polizei „Kommissar Zufall“ zu Hilfe. Bei Zeugenbefragungen in der Nachbarschaft nach einem der Delikte wurden ausgerechnet auf dem Hof der drei Männer eben jene Schläuche gefunden, die auch auf dem Maisfeld entdeckt worden waren. „Riesige Mengen Beweismaterial“ seien inzwischen gesichert worden. Dazu gehört etwa ein Stück einer Pumpe, das die Kriminellen von einem Jauchefass abgetrennt hatten und als Waffe einsetzten. Auch DNA-Spuren wurden sichergestellt.

Bei dem von den mutmaßlichen Tätern bewirtschafteten Hof handelt es sich um einen Betrieb in einem äußerlich möglicherweise nicht einwandfreiem Zustand. Oder wie Polizeipräsident Fertinger es ausdrückt: „Ein ziemlicher Verhau.“ Veterinäramt sowie Baubehörde und Wasserschutzbehörde seien hinzugezogen worden.

Zum Motiv haben sich die Tatverdächtigen bisher nicht geäußert. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ist sich weitgehend sicher, dass dem mutmaßlichen Tätertrio fünf Fälle von Sachbeschädigung nachgewiesen werden können. Hinzu kommen fünf Versuche, bei denen es nicht zu Schäden kam.  lby

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