Ärzte machen Hausbesuche bei Verdachtsfällen

von Redaktion

München – Angesichts der steigenden Zahlen von Coronavirus-Verdachtsfällen bietet die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) einen eigenen Hausbesuchsdienst an. Damit solle vermieden werden, dass das Virus Sars-CoV-2 in den Praxen der Haus- und Fachärzte verbreitet werde, teilte die KVB gestern mit. Bei einem Verdacht komme der Arzt mit einem Fahrzeug, das die nötige Schutzausrüstung an Bord habe. Die Mediziner hätten sich freiwillig zu dem Dienst gemeldet, sagte ein KVB-Sprecher.

Der Arzt nehme die Probe für den Virus-Test dann zu Hause bei dem Betroffenen. Nach der Analyse im Labor werde der Betroffene über das Ergebnis und weitere Maßnahmen informiert. Von Freitag bis Mittwoch seien so bereits rund 250 Tests durchgeführt worden. Bis zu 160 Fahrzeuge seien in Spitzenzeiten im Einsatz. Schon bisher kommen Ärzte über die KVB zu Hausbesuchen, wenn dies medizinisch nötig ist. Diese Kapazitäten seien nun aufgestockt worden. Das ist laut KVB-Sprecher Martin Eulitz sicherer, als Zentren einzurichten, wo Verdachtsfälle zusammenkommen. „Unser Gesundheitssystem steht vor einer großen Bewährungsprobe“, sagte KVB-Vorstand Wolfgang Krombholz zu der Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19. „Alle zuständigen Stellen arbeiten intensiv daran, die weitere Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.“ Patienten mit Verdacht auf eine Infektion sollten sich an die Rufnummer 116 117 wenden und nicht ohne Rücksprache in Praxen gehen. Da die Anruferzahlen stetig steigen, könne es zu Wartezeiten kommen.

Viele Menschen auf der Suche nach schnellen Antworten wenden sich auch an die Hotline des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) unter der Nummer 0 91 31/68 08 51 01. Wie Leser unserer Zeitung berichten, sei diese Nummer ständig besetzt. Pressesprecherin Katrin Grimmer erklärte, die Hotline sei bislang mit einer Person besetzt, kommende Woche würden drei Personen parallel (8 bis 16 Uhr an jedem Tag) eingesetzt. Bei medizinischen Fragen sollten sich die Bürger aber primär an den Hausarzt, eines der 74 Gesundheitsämter oder den kassenärztlichen Notdienst wenden. lby/cm

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