Vier Wände für die Vögel

von Redaktion

München – Immer öfter hört man sie bereits zwitschern: Die Vögel merken, dass der Frühling kommt – und bald fangen sie an zu brüten. Um den Vögeln den Start in diese Zeit zu erleichtern, empfiehlt Sophie Engel, die stellvertretende Geschäftsstellenleiterin des Landesbunds für Vogelschutz, Nistkästen anzubringen. „Viele Vogelarten sind auf Nistkästen angewiesen, weil sie in Baumhöhlen brüten“, sagt sie. Die seien aber vor allem in Städten Mangelware. Sie rät deshalb: „Jeder der einen Garten oder Freiraum hat, kann einen Nistkasten aufhängen.“

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür: „Viele Vögel fangen bereits an, sich nach Nistplätzen umzuschauen.“ Vor allem Meisen seien sehr aufmerksam, was das Wetter angeht, und beginnen früh ihre Nester zu bauen. Außerdem nisten Kleiber, Stare oder Sperlinge in Brutkästen. Die perfekte Nisthöhle sei deshalb auf die Vogelarten abgestimmt. Grundsätzlich gelte, dass der Innenraum genügend Platz bieten sollte. Die Mindestgröße ist laut Engel 15 mal 15 Zentimeter. „Wenn der Kasten zu klein ist, dann hat die ganze Familie nicht genug Platz“, sagt sie. „Denn Meisen können sehr viele Eier legen.“ Auch die Einfluglöcher müssten je nach Vogelart unterschiedlich groß sein. Bei Meisen liegt der Durchschnitt bei 27 bis 32 Millimeter und bei Staren bei 45 Millimeter.

Die Anbringungshöhe der Nistkästen ist dagegen immer gleich. „Zwei bis drei Meter sind eine gute Höhe“, erklärt die Biologin. Damit seien die Häuschen außer Reichweite von Menschen und Fressfeinden. Der optimale Ort für einen Nistkasten ist an Bäumen, an Schuppenwänden oder unter Dachvorsprüngen. Alle Plätze müssen wetterabgewandt sein. Wer das handwerkliche Geschick hat, kann den Brutkasten mit einigen Brettern, Schrauben, einer Säge und einem Lochbohrer selber bauen. Es gibt aber auch Nistkästen zu kaufen. Im Herbst müssen die Häuschen ausgeleert werden. „Es reicht, wenn man das alte Nest rausnimmt und kurz mit dem Handfeger durchgeht“, sagt Engel. Auf keinen Fall sollte mit Reinigungsmitteln gearbeitet werden.

Vögel, die nicht in den Nistkästen brüten, haben es laut Sophia Engel sogar noch schwerer, einen geeigneten Nistplatz zu finden. Aber auch ihnen kann man helfen: „Wer eine Hecke im Garten hat, sollte diese schonen und gut behandeln.“ Denn dort lebten vor allem Amseln. Grundsätzlich sei es für alle Vögel am besten, den Garten wild zu halten – dann haben sie mehr Möglichkeiten, Nester zu bauen. Gleichzeitig gebe es dadurch mehr Insekten als Nahrung und mehr Vogel-Verstecke. LEYLA YILDIZ

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