von Redaktion

München – Nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Sonntag gefordert hatte, wegen des Coronavirus alle Großveranstaltungen mit mehr als tausend Gästen abzusagen, wurden in Bayern mehr und mehr Veranstaltungen abgeblasen. So hat sich die Stadt Puchheim (Kreis Fürstenfeldbruck) gestern entschieden, das für Ende März geplante Volksfest in diesem Jahr ausfallen zu lassen. Noch am Freitag hatten die Organisatoren beraten, wie sie es unter verschärften Hygienemaßnahmen über die Bühne bringen könnten. Nach Spahns Vorstoß hatte es gestern eine Krisensitzung gegeben. „Wir können nicht gegen die Empfehlung des Gesundheitsministeriums handeln“, sagte Bürgermeister Norbert Seidl. Der Plan der bayerischen Staatsregierung, alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern zu untersagen, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.

In Rosenheim wurde bereits seit Freitag das Starkbierfest gefeiert. Doch gestern folgte doch die Absage – auf Empfehlung der Stadt und des Gesundheitsamts. Auch das Raublinger Starkbierfest am kommenden Freitag wird nicht stattfinden. In Pfarrkirchen in Niederbayern wurde das für Ende März geplante Volksfest abgesagt.

Auch die Tagungen im Veranstaltungsforum Fürstenfeld werden reihenweise storniert. Gastronom Richard Kohlfürst spricht von einem Rückgang von bis zu 60 Prozent. Thierry Willems, Wirt des Bräustüberl Weihenstephan, hat wegen der vielen Absagen bereits schlaflose Nächte. In drei Tagen habe er 1500 Stornierungen erhalten, berichtet er. Quasi minütlich werden Konferenzen, Meetings und Betriebsveranstaltungen abgesagt. Selbst Termine im Mai werden bereits storniert. Auch seine Mitarbeiter haben Angst um ihre Jobs, wenn das Geschäft weiter einbricht, berichtet er. Hoffnung macht ihm, dass das Bräustüberl am Wochenende gut besucht war. „Die Freisinger wollen ihr Leben weiterführen“, sagt er.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) erwartet eine zweimonatige Messepause im Freistaat. „Ich gehe davon aus, dass in Bayern bis Mitte Mai keine Messen mehr stattfinden werden“, sagte er gestern.

Die Zahl der Infektionen in Bayern war gestern auf 239 gestiegen. Auch bei BMW in Dingolfing gibt es einen Corona-Fall. Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, hat Tschechien mit Kontrollen von Einreisenden an den Grenzen zu Deutschland und Österreich begonnen. Seit Montagmorgen um 7 Uhr messen Feuerwehrleute mit Atemschutzmasken an zehn ausgewählten Grenzübergängen stichprobenartig die Körpertemperatur.  tog/mes/lby

Artikel 1 von 11