Die Ärztin Dr. Sabine Kurz aus Aying (Kreis München) hat sich in Südtirol mit dem Coronavirus infiziert. Da sie in einer Gemeinschaftspraxis arbeitet, war nach Bekanntwerden der Infektion Eile geboten. Unserer Redaktion erzählt die Ärztin, wie es dann weiterging.
Frau Kurz, wie geht es Ihnen?
Mir geht es wieder gut. Zuvor hatte ich zwei Tage lang Gliederschmerzen und 37,9 Grad Fieber. Das Virus hat sich angefühlt wie eine etwas schwerere Erkältung. Seit am Freitag die ersten Symptome aufgetreten sind, bin ich zuhause in Quarantäne und habe das Haus nicht verlassen.
Was sollten Ihre Patienten jetzt wissen?
Die Patienten können sich drauf verlassen, dass sie informiert sind. Das Virus ist nur 48 Stunden vor Auftreten der Symptome übertragbar (Anmerkung der Redaktion: die Inkubationszeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch schätzen Experten auf bis zu zwei Wochen). Ich habe mich am Freitag sofort um einen Test gekümmert. Das Ergebnis kam am Samstagabend. Am Sonntag war ich zwölf Stunden lang am Telefon und habe akribisch alle Kontakte abgearbeitet. Angesteckt habe ich mich wohl in einem Risikogebiet, das aber erst in der Nacht zum Freitag eines wurde: in Südtirol.
Das heißt, Sie haben schnell reagiert und alles richtig gemacht.
Davon gehe ich aus. Übrigens sind wir auch in der Praxis schon seit Wochen sehr strikt, was die Hygiene angeht. Wir schütteln keine Hände, desinfizieren nach jedem Patienten. Insgesamt stuft das Robert-Koch-Institut das Risiko der Übertragung beim Arzt-Patienten-Kontakt als eher gering ein. Für Italien-Rückkehrer haben wir einen eigenen Behandlungsraum eingerichtet und telefonische Beratung angeboten. Es war keiner in der Praxis.
Bürgermeister Johann Eichler gewinnt Ihrer Infektion sogar etwas Positives ab: In zwei Wochen, wenn Ihre Praxis wieder aufmacht, habe Aying die erste Ärztin, die gegen das Coronavirus immun ist. Eine gute Nachricht?
Ja, irgendwie schon – wenn es stimmt, dass man sich nur einmal damit anstecken kann. Dann sind wir besonders gut gerüstet. Interview: Josef Ametsbichler