München – Immer mehr Veranstaltungen in Bayern werden wegen des Coronavirus abgesagt. Die Festakte zum 75. Jahrestag der Befreiung der ehemaligen Konzentrationslager Dachau und Flossenbürg finden nicht wie geplant statt. Mehr als 1000 Gäste aus aller Welt hatten geplant, am 26. April nach Flossenbürg und am 3. Mai nach Dachau zu kommen. „Die Gesundheit insbesondere der hochbetagten ehemaligen Häftlinge und Befreier steht an erster Stelle“, betonte Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerischer Gedenkstätten. Die Stiftung sucht nun nach einer Lösung, die Jahrestage der Befreiung dennoch angemessen würden zu können.
Die Stadt Augsburg hat gestern bekannt gegeben, dass es in diesem Jahr keinen Plärrer geben wird. Bei dem größten Volksfest Schwabens, das im Frühjahr und im Herbst stattfindet, werden jährlich 1,2 Millionen Besucher erwartet. Starnberg hat gestern alle städtischen Veranstaltungen bis 19. April abgesagt – dazu gehören Ausstellungen, Konzerte und auch die Präsentation der Ergebnisse am Wahlabend.
Die bayerischen Krankenhäuser spüren die Corona-Epidemie deutlich. In manchen Kliniken könnte es bei Schutzkleidung schon in den kommenden Tagen eng werden, sagte ein Sprecher der Bayerischen Krankenhausgesellschaft am Mittwoch in München. Zudem habe Frankreich, wo mehrere große Hersteller säßen, ein Exportverbot erlassen. Deswegen seien Bestellungen storniert worden. Hinzu komme, dass massiv Desinfektionsmittel und Schutzmasken geklaut würden. Es gebe „Hysterie und Panik in der Bevölkerung“.
Insgesamt seien die Krankenhäuser im Freistaat aber gut vorbereitet und hätten die Situation im Griff, betonte der Sprecher. Er wisse nichts von abgesetzten oder verschobenen Operationen wegen der Epidemie. Selbst wenn es dazu kommen würde, Notfälle würden immer operiert. Die Kapazitäten, um Patienten zu isolieren, reichen aus, sagte er. Prognosen seien aktuell schwierig. lby