Alpenverein kämpft mit Corona-Folgen

von Redaktion

Auch beim Deutschen Alpenverein wirft das Coronavirus die Jahresplanung durcheinander. Die deutschen Berghütten bleiben aber vorerst offen – genauso die Kletterhallen.

Eigentlich hat der Deutsche Alpenverein viel vor in diesem Jahr. Die Premiere des olympischen Kletterns in Tokio zum Beispiel ist ein Projekt, das den Verband seit Jahren beschäftigt. Doch wie in allen öffentlichen Bereichen wirbelt das Coronavirus auch bei Deutschlands größter Bergsteigervereinigung viele Pläne durcheinander – und das nicht nur bei der Frage, ob die Olympischen Sommerspiele überhaupt stattfinden können.

Auch die für die Bergsteiger so wichtigen Schutzhütten sind ein Faktor. Denn womöglich muss der DAV nach der Anordnung Tirols zur Schließung aller Beherbergungsbetriebe seine rund 60 Hütten in dem österreichischen Bundesland schließen. Die übrigen der rund 330 DAV-Schutzhütten in den Alpen bleiben aber vorerst offen, betonte Alpenvereinspräsident Josef Klenner.

Der DAV Summit Club sagt aufgrund der „dynamischen Entwicklung rund um das Coronavirus“ Reisen in viele Gebiete weltweit bis zum 1. Mai ab. Die Maßnahme betrifft Angebote aus den Bereichen Wandern, Trekking, Bergsteigen und Radfahren in eine Vielzahl von Ländern, wie der Bergreiseveranstalter gestern mitteilte. Dazu zählten China, Bhútan, Tibet, Nepal und Iran, aber auch Frankreich, Österreich, Norwegen und die Schweiz.

Vorerst geöffnet bleiben die Kletter- und Boulderhallen des Alpenvereins, in denen sich jeden Tag zahlreiche Sportler tummeln, auch viele Nichtmitglieder. Aktuell gebe es für den Hallensport keine offiziellen Vorgaben, informiert der DAV auf seiner Internetseite, die derzeit täglich aktualisiert wird. Deshalb sei es aktuell jedem Freizeitsportler selbst überlassen, ob er zum Klettern gehe oder nicht. Der DAV empfiehlt den Sektionen, die die Hallen betreiben aber deutlich auf notwendige Hygienemaßnahmen hinzuweisen. Wenn sich die Kletterer an die empfohlene Handhygiene hielten, also häufiges und intensives Händewaschen beherzigten, dann könne das Infektionsrisiko gering gehalten werden. Außerdem sollten Personen mit Krankheitsanzeichen darum gebeten werden, nach Hause zu gehen.  lby/dg

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