Kliniken rüsten sich für die Infizierten

von Redaktion

Mit der wachsenden Zahl der Infizierten geht der Kampf gegen das neue Coronavirus in eine neue Phase. Viele Kliniken rüsten schon jetzt richtig auf – so auch die Lungenfachklinik in Gauting, die als Pandemiezentrum ausgewiesen ist. Dort sieht man sich gut vorbereitet.

VON ANDREA EPPNER

Gauting – Noch ist alles ruhig auf Station B2 der Lungenfachklinik in Gauting (Kreis Starnberg), die Betten sind leer. Doch schon bald könnten hier Coronapatienten behandelt werden. In der Klinik, die Pandemiezentrum für Lungenerkrankungen ist, werden bereits Vorkehrungen getroffen. Spitzt sich die Situation zu, dürften dort daher viele Patienten aus Bayern versorgt werden.

Noch ist es nicht so weit. „Bestätigte Coronafälle hatten wir in Gauting bisher noch nicht“, erklärt Kliniksprecherin Beatriz Parente Matschke. Man sei aber bestens vorbereitet. „Wir verfolgen die derzeitige Entwicklung sehr genau und sind zuversichtlich, die Situation bewältigen zu können“, bestätigt auch Dr. Marion Heiß-Neumann, Oberärztin der Infektiologie. „Der Pandemieplan sieht eine Anpassung vor, die stufenweise erfolgt. Sprich: Je nach Bedarf werden die Kapazitäten erhöht.“

In Gauting ginge das derzeit vergleichsweise einfach: Da ein Teil der Klinik eigentlich umgebaut werden sollte, ist der Sprecherin zufolge eine ganze Station gesperrt. Jetzt ist der Umbau vorerst abgeblasen. In den vergangenen Tagen wurden Betten und Mobiliar in die Zimmer gerollt, alles ist vorbereitet. Im Notfall könnte Station B2 schnell wieder eröffnet werden. Sie stünde dann ausschließlich für Patienten zur Verfügung, die mit dem neuen Coronavirus infiziert sind.

Doch wie viele Betten gibt es genau? Hier eine konkrete Zahl anzugeben, sei wenig sinnvoll, erklärt die Kliniksprecherin: „Wir haben einen Versorgungsauftrag gegenüber allen Patienten in der Lungenklinik.“ Die Kapazitätsplanung hänge auch von der Auslastung der restlichen Betten ab. Die werde tagesaktuell geprüft. So könne man sofort auf einen Mehrbedarf reagieren.

Gut gerüstet sieht sie auch die Mitarbeiter. Nicht nur Ärzte und Pflegekräfte, sondern auch Küchen- und Reinigungspersonal seien zu dem neuen Virus und den nötigen Maßnahmen informiert worden. Im Umgang mit Covid-19-Patienten und Verdachtsfällen gebe es in der Klinik „ganz klare Regeln“, gemäß der Richtlinien des Robert- Koch-Instituts. Im Ernstfall soll das so ablaufen: Erreicht ein Patient mit einem Coronaverdacht die Klinik, werde er über einen separaten Eingang direkt auf die Infektiologie-Station gebracht. So will man andere Patienten der Lungenklinik schützen – und auch das Personal. Die Mitarbeiter am Empfang seien eigens geschult und auch mit Schutzausrüstung versorgt worden.

Auf der Infektiologie selbst haben Ärzte und Pflegekräfte ohnehin täglich mit Patienten zu tun, die an ansteckenden Krankheiten leiden. „Sie haben also die nötige Erfahrung und auch die Schutzausrüstung für die bestmögliche Versorgung möglicher Coronafälle“, erklärt die Sprecherin. Ganz wichtig: Um Patienten und Mitarbeiter zu schützen, werden Angehörige gebeten, derzeit von persönlichen Besuchen abzusehen.

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