Der letzte Tag im Biergarten

von Redaktion

Das Coronavirus schränkt das öffentliche Leben in Bayern weiter ein. Bei der Bahn fahren ab heute weniger Züge, Skigebiete und Schlösser sind geschlossen. Doch das Frühlingswetter lockte am Wochenende trotzdem noch viele Ausflügler ins Freie.

. Drei weitere Corona-Tote

Drei weitere Menschen sind in Bayern an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Es handelt sich zum einen um eine 86-jährige Frau aus einem AWO-Seniorenheim, die am Freitag mit Atemnot in das Kemptener Klinikum eingewiesen wurde, wie die AWO Schwaben bestätigte. Ein weiterer Fall wurde vom Landratsamt Neu-Ulm gemeldet. Dort war in der Nacht zum Sonntag in Weißenhorn ein 83-jähriger Patient mit Vorerkrankungen an Covid-19 gestorben. Zudem starb ein 80-jähriger Patient mit Vorerkrankungen in Würzburg, der im selben Pflegeheim wohnte, wie der erste Corona-Todesfall in Bayern. Damit sind in Bayern inzwischen nachweislich vier Menschen an Covid-19 gestorben.

. S-Bahn ohne Taktverstärker

Die Bahn schränkt in den kommenden Tagen bundesweit den Regionalverkehr ein. Auch in Bayern deutet sich das an: So entfallen bei der S-Bahn München „bis auf Weiteres“ ab Montag früh alle Taktverstärker bei S2, S3, S4 und S8, berichtet das bayerische Verkehrsministerium. Bei der Südostbayernbahn werden Verstärker-Züge der Linie München-Mühldorf ausfallen. Außerdem werden die Zugbegleiter die Fahrkarten nur mehr auf Sicht kontrollieren, aber nicht mehr anfassen. Dies geschehe zum Schutz von Fahrgästen und Mitarbeitern, sagte eine Sprecherin. Meridian, BOB und BRB werden heute noch wie gewohnt fahren, sagte Unternehmens-Geschäftsführer Fabian Amini. „Wir rechnen aber im Laufe der Woche mit Einschränkungen, weil Mitarbeiter auf ihre Kinder aufpassen müssen.“ Außerdem fahren die Züge nicht mehr bis Salzburg oder Kufstein, sondern enden eine Station vorher.

Bei der BRB in Schongau gab es gestern Vormittag einen akuten Coronavirus-Verdacht: Ein Zugbegleiter klagte über plötzlichen Schüttelfrost. Er zog sich sofort zurück, ein Rachenabstrich wurde durchgeführt. Man gehe von keinem erhöhten Ansteckungsrisiko für die Fahrgäste aus, so ein Sprecher des Landratsamtes Weilheim-Schongau.

.  Skigebiete dicht

Ab heute geht auch auf Deutschlands höchstem Berg nichts mehr. Der Betrieb der Zugspitzbahn wird bis auf Weiteres eingestellt. „Die Zugspitze ist zu und das Gebiet Garmisch-Classic auch“, sagte eine Sprecherin. Auch die Skigebiete Wendelstein, Großer Arber, Brauneck, Wallberg, Spitzingsee und Sudelfeld stellen den Betrieb ein. Seit dem Wochenende sind auch Schloss Neuschwanstein und die weiteren Schlösser in Bayern sowie die Spielbanken geschlossen.

. Ausflügler unterwegs

Das frühlingshafte Wetter nutzten viele Menschen in Bayern trotz Virus für einen Ausflug ins Freie. Im Biergarten des Seerestaurants „Alpenblick“ am Staffelsee herrschte gestern reger Betrieb – allerdings mit gewissen Einschränkungen, wie Wirt Harald Bott erklärte. Die Biergartengarnituren standen weiter auseinander als üblich, die Tische wurden nach jeder Belegung desinfiziert. Von Verängstigung oder Zurückhalten bei den Gästen sei aber nichts zu spüren gewesen.

. Schule online und im TV

Angesichts der Schulschließungen im Freistaat wegen des Coronavirus starten der BR und das Kultusministerium ab heute ein Lernangebot für zuhause. „Schule daheim“ wird auf ARD-alpha, in der BR-Mediathek und dem Infoportal „mebis“ bereitgestellt. Montags bis freitags zwischen 9 und 12 Uhr sendet der Bildungskanal ARD-alpha ausgesuchte Lernformate.

. Anzeigen nur noch online

Zum Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus bittet die Polizei, viele Anzeigen nur noch online zu erstatten. Wer etwa Fahrraddiebstahl, Sachbeschädigung an einem Fahrrad, Diebstahl von Teilen an einem Fahrzeug, Diebstahl von Gegenständen aus einem unversperrten Fahrzeug und Sachbeschädigung an einem Fahrzeug oder Betrug mittels Online-Auktion anzeigen wolle, solle den Weg über die Internetseite www.polizei.bayern.de nutzen. Der Polizeinotruf 110 ist nach wie vor rund um die Uhr ohne Einschränkungen erreichbar. Wer am Coronavirus erkrankt ist und die Polizei ruft, solle seine Erkrankung bereits am Telefon mitteilen.  dg/dw/lby

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