Weil sie alle denselben Namen auf die leeren Wahlzettel schrieben, haben die Bürger von Breitbrunn in Unterfranken eine neue Rathauschefin gewählt. Offizielle Kandidaten gab es keine – dennoch votierten bei der Kommunalwahl am 15. März über 70 Prozent der Wähler für Ruth Frank. Die parteilose 51-Jährige nahm die Wahl an. „Das hat mich völlig aus den Socken gehoben“, sagte die Diplom-Verwaltungswirtin und Heilpraktikerin für Psychotherapie, die auf einem Pferdehof lebt.
Weil ein Kandidat aus gesundheitlichen Gründen seine Kandidatur zurückgezogen hatte, war in der 1000-Einwohner-Gemeinde im Landkreis Haßberge unklar, ob überhaupt jemand kandidieren würde. Im Radio habe sie erfahren, dass niemand zur Verfügung stehe, erzählte Frank. Doch da sei die Nominierungsfrist schon abgelaufen gewesen. In ihrem dann noch verbleibenden einwöchigen Wahlkampf habe sie den Breitbrunnern dann gesagt: „Wenn ich auf dem Wahlzettel stehe, werde ich die Wahl auch annehmen.“ lby