SPD muss Federn lassen

von Redaktion

Die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Bayern werden klarer – und die großen Parteien stehen trotz punktueller Zugewinne als Verlierer da. Als Gewinner dürfen sich Freie Wähler und Grüne fühlen.

Nürnberg – Bittere Einbußen für die SPD, immer noch teils große Verluste für die CSU und Jubel bei Grünen und Freien Wählern: Die fortschreitende Auszählung der Kommunalwahlergebnisse für Bayerns Städte und Landkreise zeigt ein klarer werdendes Bild über Gewinner und Verlierer des Urnenganges. Obwohl die SPD die meisten ihrer Oberbürgermeister-Ämter in den großen Städten halten können wird oder zumindest in die Stichwahl gelangte, sind die Verluste für die Sozialdemokraten bei Stimmen und Mandaten im Vergleich zu 2014 enorm. Nach 52 von 96 eingegangenen Endergebnissen meldete das Statistische Landesamt am Dienstag Verluste von 6,4 Prozentpunkten für die Sozialdemokraten auf nur noch 13,3 Prozent. Nach Lage der Dinge gehen der SPD in den Stadt- und Kreisräten hunderte Mandate verloren. Besonders bitter: In der zweitgrößten bayerischen Stadt Nürnberg, wo sie bisher den OB stellten, kam die SPD nach vorläufigen Ergebnissen auf 26,1 Prozent – das wäre ein Minus von rund 18 Prozentpunkten im Vergleich zu 2014. Die CSU legt leicht um zwei Punkte auf rund 31 Prozent zu. Die Grünen können ihren Stimmenanteil in Nürnberg auf über 19 Prozent mehr als verdoppeln.

Landesweit geht es für die CSU nach unten – um fünf bis sechs Prozent. Die Konservativen landen im Schnitt aller Kreise und kreisfreien Städte bei 35,6 Prozent und sind damit nach wie vor weitaus stärkste politische Kraft in den Kreistagen und Stadträten. In keinem der größeren Stadträte oder Kreistage kann die CSU aber auf eine absolute Mehrheit bauen. In Bamberg verlor die CSU erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Stadtratsmehrheit – dort sind nun die Grünen erstmals stärkste Kraft. Großer Gewinner sind auf Stadtratsebene die Grünen.

Die Umweltpartei konnte in vielen Kommunalvertretungen, etwa in Schweinfurt oder Nürnberg, ihre Stimmanteile und auch die Zahl ihrer Mandate verdoppeln. In der Landeshauptstadt München werden die Grünen ebenso stärkste Kraft wie in Würzburg, Bamberg und mehreren weiteren Städten. Bayernweit legten sie um 5,9 Prozentpunkte zu. Allerdings: Den Grünen gelingt bei der Personenwahl kein Durchbruch. Bis auf Landrat Jens Marco Scherf im unterfränkischen Miltenberg holen sie zunächst keinen Oberbürgermeister- oder Landratsposten.

Auch die Freien Wähler können deutliche Gewinne von über sieben Prozentpunkten verbuchen, allerdings eher in den ländlichen Gebieten. Landesweit kommen sie in den Kreisen und kreisfreien Städten auf zwölf Prozent der Stimmen – und legen damit kräftig zu. Im Gegenzug sind die Anteile unabhängiger Wählergruppen etwa im selben Maß rückläufig.  mm/lby

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