Erste Ausgangssperre in bayerischer Stadt

von Redaktion

6500-Einwohner-Stadt Mitterteich in der Oberpfalz ist Corona-Hotspot – Feuerwehr informiert Bürger mit Durchsagen

Mitterteich/Tirschenreuth – Erstmals gibt es in Bayern eine Ausgangssperre im Kampf gegen das Coronavirus. Das Landratsamt Tirschenreuth verhängte sie für die Stadt Mitterteich mit sofortiger Wirkung. Sie soll bis zum 2. April dauern, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) informierte sich am Abend über die Situation in Mitterteich.

„Nachdem das Coronavirus auffällig oft im Stadtgebiet von Mitterteich festgestellt wurde, müssen wir von einem Hotspot ausgehen“, teilte Herrmann mit. Mit einer Ausgangssperre die Ausbreitung des Virus einzudämmen und die Infektionskette zu unterbrechen, sei eine nahe liegende Maßnahme.

Nach Angaben des Landratsamtes gibt es im Landkreis Tirschenreuth 47 bestätigte Corona-Fälle, 25 davon in Mitterteich. 15 der 47 Menschen lägen im Krankenhaus, fünf von ihnen müssten beatmet werden. Es handele sich um einen massiven Anstieg, gerade mit schweren Verläufen, so Herrmann. „Wenn alleine in der Gegend schon Fünf beatmet werden und wenn das so weitergeht, stößt man schnell an die Grenzen der Möglichkeiten.“

Bürgermeister Roland Grillmeier sagte: „Denkt an Eure Gesundheit und die Eurer Mitmenschen und nehmt die Bitte und Aufforderung ernst.“ Herrmann verwies auf die Kontrollen durch die Polizei. Party am Marktplatz und großes Halligalli – das gebe es jetzt eben nicht. Die Polizei werde die Leute heimschicken.

Bereits am Dienstag sei die Feuerwehr mit einem Lautsprecherfahrzeug durch Mitterteich gefahren und habe die Menschen aufgefordert, daheim zu bleiben, sagte ein FFW-Sprecher. Da sei es noch eine freiwillige Maßnahme gewesen. Am späten Mittwochnachmittag rückten die FFWler erneut aus – nun mit einer Anordnung. „Das Verlassen der häuslichen Unterkunft ohne triftigen Grund ist untersagt“, heißt es in der Allgemeinverfügung, die das Landratsamt ausgegeben hat. Damit solle auf „den Ernst der Lage“ hingewiesen werden, so Grillmeier.

Ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums in München erklärte auf Anfrage, die Ausgangssperre sei in Abstimmung mit den Ministerien für Gesundheit und Inneres verhängt worden. Demnach sollen die Betroffenen das Haus oder die Wohnung unter anderem nur für unaufschiebbare Arztbesuche, zum Arbeiten oder zum Einkaufen verlassen. Ziel der Maßnahme sei, die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu verringern und die Fortsetzung von Infektionsketten zu unterbrechen.  lby

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