München – Rund zwei Monate ist es her, dass in Bayern die ersten Corona-Fälle beim Automobilzulieferer Webasto bekannt wurden. Seit Anfang März schnellen die Zahlen der Infizierten nun in die Höhe. Besonders betroffen: Stadt und Landkreis München sowie der Landkreis Freising. Doch insgesamt erweist sich Oberbayern täglich mehr und mehr als Corona-Hotspot.
Bei der Flut an Zahlen den Überblick zu behalten, ist nicht einfach. Denn während das Landesamt für Gesundheit (LGL) in seiner zweimal täglich aktualisierten Online-Übersichtskarte nur die elektronisch übermittelten Fälle aufführt, melden die einzelnen Landratsämter zur selben Zeit häufig schon deutlich höhere Fallzahlen. Eine ähnliche Differenz weisen die bundesweiten Zahlen des Robert-Koch-Instituts (mit langem Meldeweg) mit der weltweit zitierten Statistik der britischen Johns Hopkins University (automatisierte Datensammlung diverser Quellen) auf.
Klar ist: Auch in Oberbayern häufen sich in den vergangenen Tagen die Todesfälle. Am Freitag kamen zu den bis dato gemeldeten 13 Toten aus Bayern (fünf in Oberbayern) sieben hinzu: einer im Landkreis Starnberg, vier in Würzburg sowie je einer aus den Landkreisen Tirschenreuth und Wunsiedel.
Zudem meldete das LGL am Freitag wieder einen Rekord bei den Neuinfektionen: Demnach haben sich weitere 825 Menschen mit Covid-19 infiziert – ein Plus von 35 Prozent seit Donnerstag auf damit mindestens 3107 positiv getestete Fälle in ganz Bayern. Am Beispiel München wird die exponentielle Entwicklung besonders deutlich: Hier hat sich die Zahl der Fälle innerhalb einer Woche nahezu versechsfacht. Eine Schätzung, wie viele Menschen die Krankheit bereits überstanden haben, will das LGL Anfang der Woche abgeben.dg/lby