München – Die Post- und Paketzusteller in Bayern trotzen dem Coronavirus: Sie sind weiterhin im Einsatz. Sowohl bei Hermes als auch bei der Deutschen Post und DHL läuft die Zustellung größtenteils wie gewohnt.
„Aktuell stellen wir unverändert bundesweit zu“, sagt Hermes-Pressesprecher Friedemann König am Freitag. Wegen der Grenzkontrollen könne es jedoch auf innerdeutschen Transportwegen zu Zeitverzögerungen kommen. Auch die Paketshops bleiben geöffnet. Gleiches gilt für die Filialen und Shops der Deutschen Post.
Eine starke Zunahme von Bestellungen spüren die Paketdienste bis jetzt nicht. „Es ist kein zweites Weihnachten“, sagt Erwin Nier, Sprecher bei der Deutsche Post DHL Group. Zwar gebe es etwas mehr Privatpakete, dafür andererseits aber auch etwas weniger geschäftliche Zustellungen. „Das Volumen bleibt ungefähr gleich“, erklärt Nier. Das bestätigt auch König. Zunächst gebe es keine Indizien dafür, dass die Coronakrise die Sendungsmenge zusätzlich erhöht, teilt er mit. Das könne sich jedoch schnell ändern, bei einer weiteren Zunahme der Erkrankungen geht er von einem „strukturellen Vorteil des Online-Handels“ gegenüber dem stationären Einzelhandel aus.
Der Internetversandhandel Amazon berichtet bereits von einer „verstärkten Nachfrage im Online-Shopping, die sich kurzfristig auch auf Bestellungen auswirkt“ und Analysen des Bonussystems Payback zeigen einen starken Anstieg bei Online-Shops aus den Kategorien Kinderspielzeug, Tierbedarf, Sportkleidung, Büroartikel und Mode.
Die Warenlieferungen von Deutsche Post, DHL und Hermes können erfolgen, ohne dass es zu einem persönlichen Kontakt zwischen Kunden und Zusteller kommt. „Wer den Kontakt zum Zusteller derzeit lieber vermeiden möchte, kann einen Wunsch-Ablageort nutzen“, sagt König. Das Paket wird dann zum Beispiel in der Garage, im Gartenhäuschen, am Kellerabgang oder vor der Haustüre abgelegt. „Auch die Quittierung des Sendungserhalts auf dem Scanner entfällt damit“, sagt König. Kunden können den Ort zum Beispiel über die Paketankündigung des Händlers, die Hermes-App oder die Sendungsverfolgung festlegen. Wer die Wunschortzustellung dauerhaft nutzen möchte, kann unter www.myhermes.de ein Formular herunterladen, das eingeschickt werden muss. Auch DHL bietet die Ablage in Packstationen oder an Wunschorten an. Der Ort kann unter anderem im Internet (www.dhl.de) über das DHL-Kundenkonto bestimmt werden. „Der Kunde bekommt dann einen Zettel in den Briefkasten, dass die Zustellung erfolgt ist“, sagt Nier.
Wenn Kunden ihre Bestellungen weiterhin persönlich entgegennehmen, gibt es spezielle Regelungen. Die Zusteller sind zum Beispiel besonders angehalten, die Niesetikette zu beachten und ausreichend Abstand zu halten. Bei DHL müssen Kunden den Erhalt der Waren außerdem nicht mehr zwingend mit ihrer Unterschrift bestätigen. „Ich rate jedem, den Stift nicht direkt in die Hand zu nehmen, sondern zum Beispiel mit einem Taschentuch anzufassen“, sagt Nier. Eine andere Möglichkeit sei, dass der Zusteller unterschreibt und so bestätigt, die Bestellung korrekt ausgeliefert zu haben. cla