Hilpoltstein – Wenn mit dem gestrigen Frühlingsanfang die Tage länger und die Sonnenstrahlen kräftiger werden, kommt auch wieder Leben in die Vogelwelt. Überall piepsen, zwitschern und pfeifen nun die Vögel wieder um die Wette. Aber nicht nur kalendarischer Frühlingsanfang ist heute, sondern auch Weltspatzentag. Dabei geht es den Allerweltsspatzen schon lange nicht mehr gut, warnt der Landesbund für Vogelschutz (LBV).
Die frechen Burschen trällern längst nicht mehr wie einst an jeder Ecke. Seit 2016 steht der Haussperling in Bayern auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Eine Ursache: Laut LBV fehlt es den Spatzen an Nistplätzen vor allem an Gebäuden, Hecken oder Wandbegrünungen. Dafür tschilpen die Haussperlinge jetzt so ausdauernd und intensiv wie sonst das das ganze Jahr nicht – über Themen wie Fressfeinde oder das Finden einer Partnerin und eines geeigneten Unterschlupfes.
Wer dem Spatz etwas Gutes tun möchte, könne neben dem Anbringen von Nistkästen am Haus auch viel im eigenen Garten bewirken, empfiehlt LBV-Gebäudebrüterexpertin Corinna Lieberth. Zusätzlich sei auch die Nahrungsverfügbarkeit wichtig. „Erwachsene Spatzen ernähren sich hauptsächlich von Pflanzensamen, Körnern und Getreide, doch für die Jungenaufzucht sind Insekten unverzichtbar“, erklärt Lieberth. Insekten entwickelten sich vor allem auf Grünflächen, auf denen man der Natur ihren Lauf lässt und Wildpflanzen ungehindert wachsen können – und die sind zunehmend Mangelware. Gut wäre es, eine dichte Hecke oder eine blütenreiche Wiese mit einheimischen Wildpflanzen anzulegen. Auch über eine Vogeltränke und einen Staubbadeplatz freuen sich die geselligen Vögel. „Und schon ist eine kleine Spatzen-Oase entstanden und damit die Voraussetzung für ein ganzjähriges Spatzenkonzert geschaffen. Und natürlich nutzen auch viele andere Vogelarten solche Lebensräume und erfreuen uns mit ihrem Gesang – zumindest jetzt im Frühjahr.“
Wegen der Coronakrise hat der LBV seine jährliche Spenden-Sammelwoche abgesagt – und rechnet deshalb mit Verlusten von einer halben Million Euro. Die Entscheidung sei zum Schutz der Helfer und Spender getroffen worden, teilte der Verband gestern mit. „Bayerns Natur wird unter dem Ausfall unserer Sammelwoche leiden“, sagte der Vorsitzende des LBV, Norbert Schäffer. Bei der seit Jahren stattfindenden Aktion seien normalerweise zehntausende Freiwillige in ganz Bayern unterwegs gewesen, um Spenden für lokale Tier- und Naturschutzprojekte zu sammeln. cm/lby