München – In Bayerns Flüchtlingsunterkünften und Abschiebehafteinrichtungen sind bislang zehn von knapp 1900 getesteten Bewohnern mit dem Coronavirus infiziert gewesen. Die meisten Fälle, nämlich sieben, gab es laut Innenministerium in Oberbayern. Drei Infizierte seien derzeit im Krankenhaus, zwei Menschen schon wieder gesund. „Die bislang sehr geringe Zahl an positiven Testergebnissen zeigt, dass niemand befürchten muss, Asylbewerber könnten das Virus unbemerkt nach Bayern eintragen“, sagte ein Sprecher.
Um eine Ausbreitung des Virus in den Unterkünften zu vermeiden, würden nicht nur Erkrankte isoliert untergebracht und versorgt, sondern auch Getestete und ihre Kontaktpersonen bis zum negativen Testergebnis. Zudem werde in den Zimmern und Kantinen auf den von der Regierung vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern geachtet. In Bayern werde grundsätzlich bei allen Flüchtlingen ein Corona-Test durchgeführt, die seit Ende Januar nach Deutschland kamen. Dies geschehe unabhängig davon, ob sie Symptome hätten. Bei Menschen, die schon längere Zeit in Flüchtlingsunterkünften leben, werde nur bei Symptomen getestet.
Asylhelfer kritisieren jedoch, dass nicht genug getan werde, um die Geflüchteten vor einer Infektion zu schützen. Beispielsweise seien in einem Münchner Ankerzentrum vier Verdachtsfälle zwar isoliert worden. „Sie benutzen aber dieselben Duschen und Toiletten wie alle anderen Bewohner“, berichtet Stephan Reichel vom Verein „Matteo – Kirche und Asyl“. Viele Menschen seien geradezu panisch. „Niemand betreut oder beruhigt sie.“ lby/mm