München – Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) richtet wegen der Ausbreitung des Coronavirus einen Notdienst unter der Woche ein. Zusätzlich zum laufenden Praxisbetrieb sollen so auch Patienten versorgt werden können, deren Zahnarztpraxen wegen der Corona-Krise ihren Betrieb einstellen mussten. Betroffene Patienten können dann eine der Praxen aufsuchen, die sich für den Notdienst gemeldet haben. Eine Liste wurde auf der Internetseite der Kassenzahnärztlichen Vereinigung veröffentlicht (www.kzvb.de). Bislang habe es von rund 1000 Praxen Rückmeldung gegeben, sagt ein KZVB-Sprecher. Rund 80 Prozent davon nehmen an dem Notdienst teil.
Dr. Florian Kinner, Zahnarzt mit einer Praxis im Norden von München, berichtet, dass er bei seinen Patienten bereits alle Termine, die nicht dringend sind, abgesagt habe. Die Patienten hätten mit viel Verständnis reagiert. „Viele haben schon von sich aus gefragt, ob sie im Moment überhaupt kommen sollen.“ Einige anstehende Behandlungen führt seine Praxis weiter durch. „Wenn jemand gerade ein Provisorium im Zahn hat und die Krone bei uns fertig ist, dann bekommt derjenige diese auch.“ Termine sollten aber vorab telefonisch abgeklärt werden.
Unter den Kollegen sei die Sorge groß. „Wir wollen das Virus schließlich nicht weiterverbreiten. Und wir fragen uns, ob das Material reicht“, sagt Kinner. Bei der Schutzausrüstung vom Handschuh bis zum Mundschutz, aber auch etwa beim Material für Zahnfüllungen. „Vieles davon kommt aus China. Da wissen wir nicht, wie es weitergeht.“ Für wenige Wochen sei diese Situation zu bewältigen. „Aber wenn es länger geht, werden viele Probleme bekommen, ihre Angestellten weiter zu bezahlen.“ dg