Mittenwald – Die Aktion ging ohne große Ankündigung über die Bühne: Vergangene Woche hatten sich die Außen- und Gesundheitsministerien von Deutschland und Österreich darauf verständigt, dass deutsche Gastarbeiter vorzeitig heimreisen dürfen. Gestern Vormittag kamen die Konvois an der früheren Kontrollstation bei Scharnitz (Kreis Garmisch-Partenkirchen) an.
Er sei den beteiligten Ministerien beider Länder „sehr dankbar, dass die Möglichkeit der kontrollierten Ausreise geschaffen wurde“, sagte der deutsche Botschafter Ralf Beste gestern. Ursprünglich hätten die Arbeitskräfte nach der Verlängerung der Ausgangssperre im Nachbarland mindestens bis 13. April bleiben müssen, daraufhin intervenierte die Botschaft bei der Regierung in Wien.
Die Betroffenen mussten sich zu festgelegten Zeitpunkten einfinden, um entweder mit Privat-Pkw oder Bussen abreisen zu können. Alle Ausreisenden mussten sich in Österreich einem Medizincheck unterziehen, die Daten werden an die Gesundheitsämter in der jeweiligen Heimatregion weitergeleitet. Sie müssen nun eine 14-tägige Quarantäne einhalten.
Über die Zahl der rückkehrenden Saisonarbeiter, die in den Skigebieten von St. Anton am Arlberg, Ischgl, Galtür und Gemeinden des Tiroler Paznauntals beschäftigt waren, gibt es unterschiedliche Angaben: Die Deutsche Botschaft in Wien berichtet von rund 300 Deutschen, die ausreisen durften. Das Land Tirol schreibt in einer Pressemitteilung von 440 Betroffenen, die in ihr Heimatland rückgeführt wurden. cf