Kresseplatzerl als Ostergeschenk

von Redaktion

BASTELTIPPS Kinderkunsthaus tröstet in Corona-Zeiten mit täglichen Online-Inspirationen

München – Basteln zur Osterzeit heißt, zerbrechliche Eier mühsam bemalen? Für die Kleinen kann das zur anstrengenden Aufgabe werden. Dabei sollte Basteln vor allem Spaß machen, sagt Kunstpädagogin Hannah Stolz. Sie und ihre Kollegen versorgen ganz Bayern derzeit online mit Kreativtipps – und haben für unsere Leser einen wunderbaren Basteltipp vorbereitet: die Kresseplätzchen.

Eigentlich wird im Kinderkunsthaus in München ständig gewerkelt. Sechs Tage die Woche gibt es dort „kreativen Input für Kinder und Erwachsene“, erklärt die stellvertretende Programmleiterin Hannah Stolz: Hier werden verschiedenste Kurse für Kinder angeboten, wie Zeichnen, Malen, Werken oder Töpfern; Schulklassen und Kindergartengruppen werden gefördert und dürfen somit kostenlos zu Besuch kommen, und für alle, die spontan loslegen wollen, gibt es das „offene Programm“.

Eltern und Kinder kommen zusammen ins Haus und gegen eine Eintrittsgebühr gibt es jede Menge Platz, Materialien und Inspirationen – und: Experten, die Tipps geben, was man denn gemeinsam alles basteln könnte. Doch derzeit ist das Kinderkunsthaus leer. Es gibt keine Kurse, keine offene Werkstatt, denn es hat geschlossen, natürlich, wegen der Ausgangsbeschränkungen. Eine große Herausforderung für den gemeinnützigen Verein, der 2011 gegründet wurde. Wie können die Bastelexpertinnen weiter in Verbindung mit ihren kleinen Künstlern bleiben und ihnen dazu die Auszeit zu Hause etwas schmackhafter machen? Die Lösung: Nun wird jeden Tag ein Basteltipp online in den Sozialen Medien veröffentlicht. Da werden Blumenampeln aus Konservendosen gebaut, eine Collage vom eigenen Lieblingstier erstellt, aus einem alten Tetrapak wird ein Stiftehalter – und aus einem Post-it-Block ein Daumenkino. Das kommt an: Mittlerweile folgen dem Kinderkunsthaus auf Instagram über 15 000 Personen. Eine echte Erfolgsgeschichte.

Auch für die Follower – denn basteln, malen, werken, kreativ sein hat jede Menge Vorzüge, erklärt Hannah Stolz: „Es ist eine gute Ausdrucksmöglichkeit, eine Möglichkeit, den Kopf frei zu kriegen.“ Außerdem kommen dabei die Kleinen mit den Größeren zusammen, Basteln ist also „generationsübergreifend“, so Stolz. Wichtig sei dabei, dass das Basteln nicht zielorientiert ablaufen soll, erklärt die Kunstpädagogin: „Es soll freiwillig stattfinden, in einer ruhigen Atmosphäre und ohne Leistungsdruck.“ Wie die Gemälde oder Gebilde letztendlich aussehen, ist also nebensächlich. Wichtig ist, dass das Herstellen Spaß macht. So auch bei ihrem Basteltipp für unsere Leser, den „Kresseplätzchen“. Sie sind für jedes Alter geeignet, es wird gerissen, gepanscht, gedrückt, geformt – und am Schluss erwächst auch noch etwas Essbares daraus.

Die Zutaten: Ein Eierkarton (ein Karton reicht für sechs bis acht Plätzchen), Wasser, Kressesaat; dazu Plätzchenformen und ein Handtuch.

Die Vorgehensweise: Zuerst wird der Eierkarton in kleine Stücke zerrissen. Die werden in eine Schüssel gelegt und mit Wasser bedeckt. Kurz warten und quellen lassen, während der Karton gut einweicht, dann mit einem Rührgerät alles gut durchrühren (da helfen besser die Eltern). Derweil legt man die Plätzchenförmchen auf einem Handtuch bereit. (Vielleicht gibt es Herzchen oder Sternchen aus der Weihnachtskollektion, oder gar einen Schmetterling oder eine Blume?) Dann nimmt man eine kleine Handvoll Batz aus der Schüssel heraus, drückt ihn gut mit der Hand über der Spüle aus und quetscht ihn dann in eine Form hinein. Dort wird er weiter ausgequetscht, per Handtuch. Wenn der Batz nur noch etwas feucht ist, streut man etwas Kressesaat darauf. Nicht zu wenig, schließlich soll ein dichter Kressewald darauf wachsen; aber auch nicht zu viel – die Samen sollten nicht übereinander liegen. Gut festdrücken, dann vorsichtig aus der Form herauslösen und trocknen lassen. Und weiter geht’s zur nächsten Ladung.

Das Ergebnis: Sind die Kresseplätzchen getrocknet, kann man sie entweder verschicken und verschenken, vielleicht samt selbst geschriebener Anleitung – oder als Deko für das Osterfrühstück heranzüchten. Wer ein paar Tage vorher anfängt, sie gut mit Wasser zu besprühen, sollte pünktlich zum Osterfest hübsch geformte Kressesternchen, -blümchen oder -schmetterlinge auf den Ostertisch legen können. NINA PRAUN

Das Kinderkunsthaus

Infos unter https://www.kinderkunsthaus.de. Dort findet man auch die Links zu den Sozialen Medien.

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