Verdacht der Wahlfälschung

von Redaktion

Gemeinderatskandidat soll Stimmzettel manipuliert haben

Wallgau – Die Kommunalwahlen haben in Wallgau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) ein juristisches Nachspiel. Die Kripo Weilheim „ermittelt derzeit wegen Veränderungen an Stimmzetteln für die Wahl zum Gemeinderat“. Dies teilte Andrea Mayer, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft München II, am Freitag mit. „Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.“ Weitere Auskünfte will die Behörde im Moment nicht erteilen.

Verdächtigt wird nach Informationen unserer Zeitung Gemeinderatskandidat Johannes Z. von der Wählergemeinschaft „Junge Mitarbeiter“. „Es hat eine kleine Unstimmigkeit gegeben“, räumt der 28-Jährige ein. „Im Nachhinein ist das Ergebnis korrigiert worden.“ Was er genau gemacht hat und warum, dazu wollte der Wallgauer keine Angaben machen.

Fest steht: Johannes Z. wurde spontan gebeten, am 15. März beim Auszählen zu helfen. Denn wegen der Ausbreitung des Coronavirus hatte jemand anderes abgesagt. Dabei soll der 28-Jährige dem Vernehmen nach auf Stimmzetteln ,,Ergänzungen“ mit einem Kugelschreiber vorgenommen haben. Das fiel auf.

Die Dinge nahmen anschließend ihren Lauf. Der Vorfall wurde dem Kreiswahlleiter gemeldet und der Kripo. Wahlfälschung ist keine Lappalie: Das Strafgesetzbuch sieht dafür eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor.

Johannes Z. erhielt bei der Wahl 236 Stimmen. Den Einzug in den Gemeinderat der Isartal-Gemeinde verpasste er damit – trotz allem.  roy

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