München – Der Patienten- und Pflegebeauftragte der bayerischen Staatsregierung, Peter Bauer (Freie Wähler), sieht Nachbesserungsbedarf bei dem seit Samstag geltenden Aufnahmestopp in Pflege- und Behindertenheimen. So richtig diese Maßnahme mit Blick auf die Corona-Pandemie auch sei, dürften vor allem pflegende Angehörige oder auch Betreuer mit dieser Situation nicht alleine gelassen werden, sagte er. Am Wochenende hatte das Pflegeministerium bis 19. April einen Aufnahmestopp verhängt, um weitere Ansteckungen zu verhindern.
Aus Sicht Bauers müssten die geltenden Ausnahmeregelungen von diesem Aufnahmestopp „bürgerfreundlich ausgelegt werden“. Und das heißt seiner Ansicht nach: „Nicht der pflegende Angehörige oder der Betreuer muss sich selbst kümmern, sondern die Einrichtungen und die Behörden vor Ort müssen das übernehmen oder Hilfe anbieten.“ Eine Ausnahme vom Aufnahmestopp kann erfolgen, wenn eine Einrichtung neue hilfs- und/oder pflegebedürftige Bewohner erst einmal für 14 Tage in einer Quarantäne unterbringen könne – und wenn das örtliche Gesundheitsamt dem zustimmt.
Wenn eine Einrichtung keine Quarantäne für 14 Tage anbieten könne, „dann muss man diese Quarantäne-Räumlichkeiten anderweitig schaffen“, sagte Bauer. epd