München – Es war eine gute Nachricht für viele bayerischen Pflegekräfte: Sie bekommen einen einmaligen Bonus in Höhe von 500 Euro. Doch: Auch in anderen medizinischen Berufen wie zum Beispiel im Rettungsdienst ist die Belastung wegen der Corona-Krise gerade außergewöhnlich hoch – und dort gibt es keine Sonderzahlungen. Das kritisieren das Bayerische Rote Kreuz (BRK) und die Malteser in Bayern.
„Es ist richtig, die Pfleger zu belohnen. Sie tragen wesentlich dazu bei, das System vor einem Kollaps zu bewahren“, betont BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk. Generell sei es aber schwierig, nur für eine Berufsgruppe einen Bonus zu gewähren. „Die ambulante Pflege ist zum Beispiel auch nicht einbezogen, genauso wie die Reinigungskräfte oder die Erzieher, die die Notbetreuung leisten.“ Und eben die Retter: „Wir fordern, dass auch der Rettungsdienst mit dem Bonus abgedeckt wird“, sagt deshalb Stärk. Der Landesgeschäftsführer der Malteser in Bayern, Christoph Friedrich, fordert ebenfalls „den Blick auf alle systemrelevanten Berufe zu legen“. Der Rettungsdienst kämpfe täglich um das Wohl der Menschen: „Da muss jetzt auch was passieren, um diesem Einsatz gerecht zu werden“, sagt er.
Denn das Risiko für die Helfer ist hoch: „Die Retter sind immer wieder in Situationen, wo sie erst im Nachgang erfahren, dass jemand infiziert ist“, erklärt Stärk. „Sie kommen in einem wechselnden und fremden Umfeld zum Einsatz und haben deshalb ein erhöhtes Infektionsrisiko.“ Wenn die Retter zum Beispiel zu einer laufenden Reanimation gerufen werden, dann zählt jede Sekunde – um zu prüfen, ob der Patient an Corona erkrankt sein könnte und ob Schutzkleidung getragen werden muss, bleibt keine Zeit.
„Der Unmut im Rettungsdienst ist groß, das sieht man auch in den sozialen Medien“, sagt Leonhard Stärk. Zumal die Retter gerade besonders viel arbeiten: „Die Mitarbeiter machen Überstunden“, berichtet er. „Auch, weil einige in Quarantäne sind oder wegen familiärer Verpflichtungen gerade nicht arbeiten können.“ cla