. Der Gründonnerstag galt schon zurzeit der Römer als Glückstag. Die Kräutlsuppe, die auf den Tisch kam, musste mit neun Kräutern zubereitet sein: Brennnessel, Brunnkresse, Erdbeerblätter, Gänseblümchen, Gundermann, Kuhblume, Rapunzel, Sauerampfer und Schafgarbe.
. Der Karfreitag ist still wie das Grab, hieß es früher. In der dritten Nachmittagsstunde stirbt der Herrgott, das wusste und daran glaubte in den 20er-Jahren noch das Dorf. Damals gab es noch Bauern, die zu dieser Stunde die drei „Herrgottsnägel“ in die Stalltür schlugen. Der Karfreitag gilt noch heute als der strengste Fastentag im Jahr. Fasten bedeutete an diesem Tag, bis Mittag nüchtern zu bleiben. Die Erbsen- oder Fisolensuppe, die es dann gab, musste ohne Fett zubereitet sein.
. Am Ostersonntag ging man nüchtern zum Hochamt. Salz und Kren, weiße Antlass-Eier und farbige, denen alle die Schale eingeschlagen war, sodass die Weihe eindringen konnte, Semmeln für die Küche, ein Schnitz Hausbrot und ein Osterfladen, Speck oder Schinken, ein Erbbrüderl (Erbbutter für die Verwandten), Heublumen und ein Apfel gegen das Fieber, das war der „Speiskorb“. Im „Seidenen“, nämlich im Hochzeitsgewand oder im Vatergewand, gingen die Bauern zur Speisenweihe, an die sich das Gweichtsessen anschließt. Das Feldbeten, heute Felderweihe genannt, findet noch immer vor oder nach dem Mittagessen statt. Schon lange aber wandert nicht mehr der ganze Hof auf die Äcker. Den Hut in der Hand steckte der Bauer leise betend früher das Hexen- oder Andreaskreuz in das Feld.