München – Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) drängt auf klare Vorgaben vor einer Wiederöffnung der Schulen. „Der Gesundheitsschutz für die Kinder und Jugendlichen sowie für alle Beschäftigten muss sichergestellt sein, wenn die Schule wieder losgeht“, forderte Präsidentin Simone Fleischmann. „Der Minister muss klare Ansagen machen, wie der Gesundheitsschutz sichergestellt wird.“ Vor allem Risikogruppen müssten geschützt werden, betonte Fleischmann am Dienstag. Das müsse bis hin zu Details gehen, etwa der Frage, wie viele Kinder in einer Klasse zulässig seien. Speziell bei Grundschulen sei es denkbar, dass die Schulen zunächst nur für einzelne Klassen tageweise geöffnet würden. Das sei eine Möglichkeit, sie wolle das aber nicht fordern oder vorgeben.
Zudem verlangte Fleischmann, Risikogruppen zu beachten. Nehme man die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts ernst, dürften Lehrer ab 60 zum Beispiel vorerst nicht mehr in die Klassenzimmer. Dies sei zuletzt auch bei der Notfallbetreuung von Kindern in Schulen während der „Corona-Ferien“ so gehandhabt worden.
Gestern verdichteten sich die Anzeichen, dass die bayerische Staatsregierung über eine Schulöffnung in Stufen nachdenkt. Es werde nach Ostern nicht einfach so weitergehen wie bisher, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Man dürfe die Dinge nicht zu frühzeitig lockern. Er nannte wie schon zuvor Kultusminister Michael Piazolo (FW) einen Stufenplan für Schulen. Man könne mit Abschlussklassen anders umgehen als mit Grundschülern. dw