Flughafen – Die Luftbrücke zur Versorgung der bayerischen Bevölkerung steht – diese Botschaft verbreitete Ministerpräsident Markus am Dienstag am Flughafen München. Er war ins Erdinger Moos gefahren, um eine Frachtmaschine aus Shanghai medienwirksam in Empfang zu nehmen. An Bord: acht Millionen Atemschutzmasken, die der Freistaat in China gekauft hatte.
Die Fracht werde dem Bedarf entsprechend verteilt, erklärte der Ministerpräsident, der größte Teil zunächst an Alten- und Pflegeheime sowie Kliniken. Überwiegend handle es sich um normale OP-Masken.
„Das ist gerade ein echter Notartikel. Wir werden auf Dauer Milliarden solcher Masken in Deutschland brauchen“, erklärte der CSU-Politiker. Daher sei es bedauerlich, „dass man fast schon darum betteln muss“. Eine eigene Produktion solcher wichtiger medizinischer Artikel, „muss doch in Deutschland möglich sein“, klagte er. In Bayern sei das angelaufen.
Aber zunächst müssen es die chinesischen Masken sein. Dafür habe er sich auch persönlich einsetzen müssen, berichtete der Ministerpräsident: „Wir nutzen alle Kanäle nach China.“ Weitere fünf Millionen Masken sollen am Karfreitag in Bayern landen. Diese insgesamt 13 Millionen sind dann also nur ein kleiner Anfang – insbesondere, wenn tatsächlich eine Maskenpflicht verhängt wird.
Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Lufthansa-Chef Carsten Spohr begutachteten das Ausladen der 26 Tonnen Fracht vor laufenden Kameras. Die Bemühungen des Bundes um medizinische Schutzausrüstung seien breit gefächert, erläuterte Scheuer. „Die Deutsche Bahn wird auch einige Millionen Masken nach Deutschland bringen“, kündigte er an.
„Wir haben es möglich gemacht, dass die Maschine in München landet“, erklärte Jaqueline Casini, Sprecherin von Lufthansa Cargo, über die erste Tranche an Bord der Boeing 777F, die am Dienstag um 17.51 Uhr einschwebte. Normalerweise lasse die Gesellschaft solche Verbindungen über Frankfurt laufen. Doch die sonst so raren Slots waren nicht das Problem. Die Boeing, die über Seoul aus Shanghai gekommen war, war nur eine von etwa 50 Flugbewegungen an diesem Dienstag am Flughafen München – ein Luftverkehrsaufkommen wie in den 1950er Jahren. TIMO AICHELE