Der Weg der Schutzmasken

von Redaktion

In ganz Bayern sind Schutzmasken gerade ein sehr begehrtes Produkt. Dafür, dass sie auch bei den Einrichtungen ankommen, sorgt das Technische Hilfswerk. Denn dort läuft das gesamte Schutzmaterial zusammen.

VON CLAUDIA SCHURI UND MARCO HADEM

München – Der Ort, an dem die Waren gelagert werden, ist geheim – denn sie sind in Zeiten der Corona-Krise extrem wertvoll. Wenn in Bayern in diesen Tagen Mundschutzmasken und Schutzkleidung geliefert werden, dann geht das Material zunächst an das Technische Hilfswerk – egal, ob Gesundheitsministerium, Wirtschaftsministerium, der Bund oder das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit es gekauft haben. „Zur Sicherheit der beteiligten Einsatzkräfte und der Schutzgüter übernimmt die Polizei die Überwachung“, sagt Alessandra Donatello, Sprecherin des THW-Landesverbands. „Eine Koordinierungsstelle ist für die Kommissionierung und die Spedition der Ware zuständig.“

Die Kommissionierung erledigen ehrenamtliche Helfer im Logistikzentrum. Dort gibt es eine eigene Führungsstelle, die stets mit einem Stab in der Dienststelle des Landesverbands in Verbindung steht. „Wir arbeiten von Montag bis Sonntag“, berichtet Donatello. Helfer aus allen 111 bayerischen Ortsverbänden packen an, um das Material abzuholen und es den Kreisverwaltungsbehörden zu überreichen. „Das THW gibt die Schutzgüter nicht bis zum Endverbraucher weiter“, sagt sie.

Denn das obliegt den örtlichen Behörden. „Die Verteilung innerhalb der Kreisverwaltungsbehörde legt vor Ort die zuständige Führungsgruppe Katastrophenschutz fest und organisiert alles“, erklärt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Entscheidende Kriterien seien der Schutz besonders anfälliger Personen sowie die medizinische Notwendigkeit. „Krankenhäuser und Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege werden vorrangig bedient.“ Auf Landesebene versorgt werden unter anderem die Rettungs- und Sanitätsdienste, der Katastrophenschutz, die bayerischen Universitätskliniken, das Deutsche Herzzentrum München und die kritische Infrastruktur in der Justiz. Dazu zählen zum Beispiel Justizvollzugsanstalten und Betreuungsrichter. Neu gelieferte Waren bleiben nicht lange im Lager: „Die gelieferten Schutzmasken werden zeitnah, nachdem sie im Zentrallager eingegangen sind, verteilt“, erklärt der Ministeriumssprecher.

Noch immer ist der Bedarf an Masken und Schutzausrüstung groß. Am Dienstag wurden acht Millionen Schutzmasken aus China geliefert, am morgigen Karfreitag sollen weitere fünf Millionen Masken ankommen (wir hatten berichtet). BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk hatte am Dienstag zudem angeregt, die Schutzausrüstung für die bayerischen Hilfsorganisationen geschlossen über eine BRK-Tochtergesellschaft zu beschaffen. „Wir sind mit dem BRK diesbezüglich im Gespräch“, bestätigt der Sprecher des Gesundheitsministeriums. Viele Unternehmen sind inzwischen ebenfalls in die Produktion von Masken eingestiegen. So auch der bayerische Autobauer BMW: „Wir können sehr bald schon mehrere Hunderttausend Masken am Tag produzieren“, sagte BMW-Chef Oliver Zipse am Mittwoch. Die Maschinen würden in den kommenden Wochen angeliefert, anschließend könnten täglich bis zu 300 000 Masken am Tag hergestellt werden. Einen Teil davon will BMW auch für den Eigenbedarf nutzen. Zipse kündigte an, dass BMW „in den nächsten zwei Wochen“ noch einmal eine Million Atemschutzmasken spenden werde. Auch die bayerische evangelische Landeskirche verkündete, in der Augustinum-Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Oberschleißheim (Kreis München) Masken produzieren zu wollen.

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