MASSGESCHNEIDERT

Hennen und Eier

von Redaktion

„Die Hühner werden bei uns Hennen oder Henna genannt. Es gibt dumme Henna und gscheite Henna, welch letztere man auch Intelligenzbestien heißt. Es gibt aber auch Krampfhenna, deren spießbürgerlicher Name schamhaft verschwiegen sei.

Die Hennen machen immer einen Mordsspektakel her, wenn sie ein Ei legen. „Leg fei kein Ei“, sagt dann der Gockel zu ihnen, aber sie tun´s trotzdem. Man soll aber gar nicht so viele Eier essen, weil ein Cholesterin drin ist. Wer einen hohen Cholesterinspiegel hat, der soll ihn lieber sofort fallen lassen.

Keine schädlichen Bestandteile enthält das doppelte Ei, das sogenannte „Eiei“, eine „Streicheleinheit“, die von Kleinkindern an Erwachsene verschenkt wird.

Spiegeleier gibt es auch. Aber schöner ist der Name „Ochsenaugen“. Weil da das Glotzen der Spiegeleier einmalig gut zum Ausdruck kommt.

Der Lucki ist einmal in ein feines Restaurant gegangen und hat auf der Speiskarte „Kaviar“ gelesen. Da hat er den Ober gefragt, was das ist, und der hat recht von oben herab „Fischeier, was sonst?“ gesagt. Da hat der Lucki gemeint: „Dann haun S’ ma bittschön drei Stück in d’Pfanna!“

Vor Ostern legen die Hühner besonders fleißig. Weil sie wissen, dass Schokoladeneier für die Kinder noch ungesünder sind. Man soll Caritas davon bekommen, oder, wie der Zahnmediziner richtiger sagt, Karies.

„Ich wollt, ich wär ein Huhn“, können nur noch Leute singen, die den Wienerwald für ein Vogelschutzparadies halten. Viele Hühner sind heute voll in den Produktionsprozess eingegliedert und können von Misthaufen, Regenwürmern und Sandbadnnur noch träumen. Und drum hat jenes Huhn, das grundsätzIich nur kleine Eier um 26 Cent das Stück gelegt hat, vollkommen Recht gehabt, dass es zu einer eitlen Henna, die mit ihren Rieseneiern um 28 Cent das Stück protzte, gesagt hat: „I wer ma doch net für zwoa Cent an Arsch zreißn!“

Historisch ist das Ei des Kolumbus: Weißblaue Patrioten schätzen allerdings jene Eier höher, die Kaiser Ludwig der Bayer nach gewonnener Schlacht auszahlte: „Jeder Mann ein Ei, nur der brave Schweppermann zwei.“

Was war zuerst da: Henne oder Ei? Der Chefingenieur vom lieben Gott wüsste es vielleicht.

Weil das Ei ein Symbol der Fruchtbarkeit ist, schlurfte einst ein Playboy täglich davon fünf Stück im Rohzustand. Zuerst lachten seine Hühner, weil er im Schlaf gackerte. Dann bekam er die Gelbsucht und verschwand für immer aus den Spalten der Klatschkolumnisten.

Lasst uns zum Schluss noch gemeinsam die Eier-Internationale singen:

De kloarr Zwackerl

sagn zum Ei Gackerl,

de Franzosn sprecha

in, dem Betreff

von „öf“.

Uovo hoaßn d’Italiena

‘s Abfallprodukt

von de Henna.

D’ Engländer nenna

d’ Eier eggs,

und de Chinäsn?

Schmecks!

Den schönsten Nam

dafür hat da Boar: Oar.

An dieser Stelle schreibt unser Turmschreiber

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