München – Keine Osternacht, kein Zoobesuch, keine Feier mit der ganzen Familie: Die meisten Menschen sind an diesem Osterwochenende daheim geblieben oder gingen maximal in der Sonne spazieren. „Das Osterfest fand in einer Ausnahmesituation statt, wie wir sie nicht kannten“, sagt Robert Kopp, Polizeipräsident des Präsidiums Oberbayern Süd. „Ich bin stolz darauf, dass sich die Menschen erneut sehr diszipliniert verhalten haben.“
Einige Verstöße registrierte die Polizei dennoch, darunter mehrere Partys. Wie in Übersee am Chiemsee (Kreis Traunstein), wo eine Gruppe von vier Personen eine im Wortsinn berauschende Party feierte. Einen größeren Einsatz hatte die Polizei in Oberfranken: In Bayreuth wurde ein 18-Jähriger festgenommen, der mehrere Gäste eingeladen und zuvor mehrmals gegen die Ausgangsbeschränkung verstoßen hatte. Als der 18-Jährige nicht mehr in seiner Wohnung war, brachen zwei der Gäste ein und klauten sein Laptop.
Im Bereich des Präsidiums Oberbayern Süd wurden von der vergangenen Woche bis einschließlich Ostermontag 22 393 Kontrollen durchgeführt. Dabei stellten die Beamten 3022 Verstöße fest, in 2180 Fällen gab es eine Anzeige. Von Karfreitag bis Ostermontag gab es im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums Oberbayern Nord 8300 Kontrollen mit rund 1000 Verstößen und 500 Anzeigen. Bayernweit führte die Polizei 78 000 Kontrollen durch.
Wegen des schönen Wetters hatte die Polizei mit mehr Verstößen gerechnet – und wurde positiv überrascht. Trotz idealer Bedingungen „und der sicherlich großen Verlockung“ war so auch das Ergebnis der „Kontrollgruppe Motorrad“ des Präsidiums Oberbayern Süd „erfreulich“. Die Beamten trafen nur wenige Biker auf den sonst sehr stark befahrenen Strecken an.
Obwohl die meisten Menschen achtsam unterwegs waren, mussten die Retter der Bergwacht Rottach-Egern gleich zweimal zu Einsätzen im Gemeindebereich Kreuth (Kreis Miesbach) ausrücken. In der Nacht zum Karfreitag suchten sie stundenlang nach einem 31-jährigen Tölzer, der nicht wie vereinbart an der Gufferthütte erschienen war. Die Bergwacht fand ihn am frühen Freitagmorgen schlafend im Winterraum der geschlossenen Hütte.
Beim zweiten Einsatz musste ein Pärchen aus Ingolstadt von der Halserspitze gerettet werden. Die beiden hatten sich im schroffen und schneereichen Gelände verlaufen. Solche Suchaktionen seien in Corona-Zeiten der „SuperGAU“ für die Rettungskräfte, sagt Bereitschaftsleiter Adi Boemmel. Auch die Polizei betont: „Die Helfer müssen neben den alpinen Gefahren auch noch ein erhebliches gesundheitliches Risiko in Kauf nehmen.“