Seine Biere heißen „Wuida Hund“, das ist ein hopfengestopftes Lager. Oder „Fuchsteufelswuid“, das ist ein Double IPA, im Antrunk vollmundig. Oder die dunkel malzige „Wuidsau“, die zu Pasteten passt. Außerdem braut Markus Hoppe, 30, die Klassiker: Helles, Weißbier, Dunkles. Das Problem ist nur: „Wir haben 50 Prozent Umsatzeinbußen“, sagt der Braumeister, der 2018 in Waakirchen im Kreis Miesbach für viel Geld eine topmoderne Brauanlage samt Gastronomie aus dem Boden gestampft hat.
Eigentlich dachte der Jung-Unternehmer: 2020 ist das Jahr, in dem er durchstarten kann. Dann kam Corona. Viele Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Doch der Chef von „Hoppebräu“ will das Beste aus der miesen Lage machen. „Ich habe einen neuen Onlineshop gebaut“, sagt er (www.hoppebraeu.de). „Der wird brutal angenommen.“ Die Menschen bestellen sich die „Wuidsau“ einfach nach Hause, Preis 2,29 Euro pro Flasche. „Jetzt“, sagt er, „haben wir das Problem, dass wir genug Verpackungsmaterial finden müssen.“ Außerdem bietet Hoppe virtuelle Brauerei-Führungen an – samt Bierverkostung. „Ab zwölf Personen machen wir das“, sagt er. Hoppe verschickt das Bier, dann wird ein Termin ausgemacht, jeder muss seinen Computer vor sich haben – und los geht die Gaudi. „Ich gehe mit den Teilnehmern durch die Brauerei und erzähle zu jedem Bier eine Geschichte“, sagt er. Preis: um die 40 Euro pro Person für neun Biere. Ein Rausch im Wirtshaus ist schöner, aber in diesen Tagen muss man schon froh sein, nicht ganz alleine zu sein mit seinem eisgekühlten Bier. STEFAN SESSLER