Anfangs ging es Benedikt Daller um die Gesundheit seiner Mitarbeiter. Damit der Notbetrieb in der Zentrale in Polling (Landkreis Weilheim-Schongau) aufrechterhalten werden kann, plante der Geschäftsführer von Trachten Daller, Behelfsmasken im Internet zu bestellen. „Da hat mich mein Kollege recht ausgelacht“, erzählt er. Denn die begehrten Masken waren da schon Mangelware.
Kurzerhand fasste man den Entschluss, den Mundschutz selbst zu fertigen. Das habe sich herumgesprochen, sagt Daller. Mehrere Mitarbeiter seien deshalb auf ihn zugekommen und schlugen eine Produktion im großen Stil vor – auch, um die drohende Kurzarbeit zu vermeiden.
Mittlerweile stellt Daller aus Stoffen, aus denen normalerweise Trachten gemacht werden, täglich rund 1000 Masken her. Etwas über zehn Euro kostet das Stück, je nach Modell. Die Einnahmen, so Daller, würden gerade so reichen, um die Lohnkosten in den sechs Niederlassungen halbwegs zu decken, mehr nicht. „So viele Masken können wir gar nicht verkaufen.“ Die Absage von Volksfesten und Hochzeiten lässt sich nicht kompensieren.
Bereits ein halbes Jahr im Voraus bestellt der Betrieb seine Materialien. „Wir sind froh, dass wir unser Know-how und unsere Ressourcen trotz Corona nutzen können“, sagt Daller. Bestellt werden können die Masken in verschiedenen Mustern auf www.daller-tracht.de. Sobald die Geschäfte wieder offen sind, können die Mund-Nase-Masken, die nur für den privaten Gebrauch bestimmt sind, auch in den Läden gekauft werden. JULIAN NETT